Grund: ISEE und Rente zu hoch. Mit den Gewerkschaften berät das Land heute, wie man es besser machen kann. <BR /><BR />Das Kriterium Rente unter 1000 Euro soll fallen, der bisherige ISEE-Wert von 20.000 Euro dürfte nach oben rücken. In Zukunft soll die Unterstützung gestaffelt ausbezahlt werden. Viel Druck kommt in Richtung Bonus für viele Beitragsjahre.<BR /><BR />In Südtirol leben 113.800 Bürger über 65 Jahren – 26.699 davon beziehen eine Rente unter 1000 Euro. Nur schlappe 2.972 erhielten Anfang Dezember aber eine Aufstockung ihrer Rente vom Land auf 1000 Euro. Eine magere Zahl, die alle überraschte. Warum das so ist, zeigen nun Zahlen, die Landeshauptmann Kompatscher und Landesrätin Pamer heute den Gewerkschaften präsentieren. <BR /><BR /><b>Mehr als jeder Dritte kam nicht zum Zug</b><BR /><BR />Demnach haben zwar 10.196 Senioren eine ISEE-Erklärung abgegeben. Stolze 71,4 Prozent und damit mehr als jeder Dritte kamen aber nicht zum Zug. 5.323 ISEE-Erklärungen (52,2 Prozent) überschritten den Richtwert von 20.000 Euro. Übrig bleiben 4.873 Einkommens- und Vermögenserklärungen unter 20.000 Euro. Bei 1901 Personen (39 Prozent) lag aber die Rente über 1000 Euro. Fazit: Magere 2972 bekamen Geld. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1250643_image" /></div> <BR /><BR />In Zukunft soll es besser laufen. Dazu treffen sich Landeshauptmann und Landesrätin Pamer heute mit den Gewerkschaften. In Zukunft soll die Unterstützung nicht mehr über das INPS, sondern direkt vom Land ausbezahlt werden – und dieses will auf das Kriterium einer Rente unter 1000 Euro verzichten. „Einziger Wert, Not zu bemessen, wird die ISEE“, so Pamer. Finanzlandesrat Kompatscher lässt durchblicken, dass man beim bisherigen Richtwert einer ISEE von 20.000 Euro leicht nach oben auf 22.000 oder 23.000 Euro gehen könnte. „Und wir wollen die Unterstützung künftig gestaffelt auszahlen“, sagt Pamer.<BR />Darauf drängen vor allem die konföderierten Gewerkschaften. „Ob jemand eine ISEE von 8000 oder von 19.000 Euro hat, ist ein Unterschied und dem sollte mit einer Auszahlung nach ISEE-Kategorien Rechnung getragen werden“, so Alfred Ebner (CGIL).<BR /><BR /><b>Tony Tschnett: „Ab Jänner sollte es sich bessern“</b><BR /><BR />„Viele sind wegen der Wohnung durch den Rost gefallen. Ab Jänner soll die Erstwohnung bei der ISEE kaum mehr ins Gewicht fallen, sodass sich das bessern wird“, sagt ASGB-Chef Tony Tschenett. Nötig wären genauere Daten, denn eine bescheinigte Invalidität drücke die ISEE. Zudem sei zu klären, ob Altersheimbewohner weiterhin die Aufstockung erhalten, obwohl sie im Seniorenheim bereits vergünstigte Tarife haben, denn „dann schieben wir nur Geld hin und her“, meint Tschenett.<BR /><BR /> Die Politik will einen Bonus auch für jene vorsehen, die stets fleißig ihre Beiträge einbezahlt haben. Ebner drängt darauf, dass dafür viele Beitragsjahre vorausgesetzt werden. „Sonst wandern uns viele in die Schwarzarbeit ab, nachdem sie ihre 20 Jahre beisammen haben“, so Ebner. Tschenett findet den Ansatz richtig. „Die Daten von Leuten, die vor 20 Jahren in Pension gegangen sind, kriegt man vom INPS aber im Leben nicht“.