Mittwoch, 06. Mai 2020

Rentnergewerkschaften: „Die Senioren haben schon genug gelitten“

Die Rentnergewerkschaften des AGB/CGIL, SGBCISL, der SGK/UIL und des ASGB weisen auf die hohe Anzahl von Todesfällen in den Senioren- und Pflegeheimen hin, die auf Covid-19-Infektionen und Mängel bei der Altenpflege zurückzuführen sind.

Die Rentnergewerkschaften fordern eine umfassende Diskussion über Pflege und ärztliche Versorgung von Senioren.
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Die Rentnergewerkschaften fordern eine umfassende Diskussion über Pflege und ärztliche Versorgung von Senioren. - Foto: © dpa-tmn / Patrick Pleul
„Das soll nicht heißen, dass wir das Engagement der Pflegekräfte und Leiter der Senioren- und Pflegeheime nicht anerkennen. Sie haben einige Wochen lang ohne angemessenen Schutz und ohne klare Anweisungen arbeiten müssen, als die Ansteckungsgefahr bereits groß war. Nur wenige Häuser haben sich rechtzeitig organisiert und Ansteckungsfälle vermeiden können“, heißt es in der Aussendung.

Die Gewerkschaften fordern, dass man sich an den Verhandlungstisch setzt und eine umfassende Diskussion über die Organisation der Pflege und ärztlichen Versorgung auf lokaler Ebene eröffnet.

Die Forderungen der Gewerkschaften zielen auf eine angemessene Stellenbesetzung hin, damit den tatsächlichen Bedürfnissen entsprochen werden kann. Es geht um die Förderung der Ausbildung von Pflegekräften für die Alten- und Pflegeheime. Diese Forderung wird schon seit langem gestellt, blieb aber ungehört. Die Sekretäre der Rentnergewerkschaften Gastone Boz (AGB/CGIL), Anna Rita Montemaggiore (SGBCISL), Danilo Tomasini (UIL) und Stephan Vieider (ASGB) fordern ebenfalls, dass Besuche von Familienangehörigen in Pflegeheimen unter voller Achtung der gegenseitigen Sicherheit wieder ermöglicht werden. Die Situation ist heikel. Es kam sogar vor, dass ältere Menschen aufgrund mangelnder Zuwendung depressiv geworden sind. Aus diesem Grund ist es wichtig, einzugreifen.

Die Rentnergewerkschaften lenken die Aufmerksamkeit auch auf die Pflegebedürftigen, die ernsthaften Gesundheitsrisiken ausgesetzt sind. Es handelt sich um ältere Menschen, die manchmal in der Familie betreut werden, aber auch oft an chronischen, degenerativen und psychischen Erkrankungen leiden und alleinstehend sind. Die Gewerkschaften fordern, dass auch diese Personengruppe geschützt und unterstützt wird. „Die Gesundheits- und Sozialdienste und die Gemeinden sollten wissen, wo und wie diese Menschen leben und ob sie Pflege und Unterstützung benötigen. Wir müssen mit Dringlichkeit und Entschlossenheit handeln, um nicht Gefahr zu laufen, mit den katastrophalen Erscheinungen der ersten Phase wieder konfrontiert zu werden“, sagen Boz, Montemaggiore, Tomasini und Vieider. Den Gewerkschaftern zufolge haben die älteren Menschen bereits genug gelitten. Bei den 284 Todesfällen waren 95% über 65 Jahre alt.

Die Gewerkschaften bekräftigen, dass „gesichert sein“ nicht bedeutet, vom gesellschaftlichen Leben an den Rand gedrängt zu werden: „Wie immer, auch in dieser Zeit helfen ältere Menschen Kindern und Enkelkindern auf verschiedene Weise, und in diesen Wochen der erzwungenen Isolation ist die 'Leere', die in den Familien durch die Abwesenheit der Großeltern entsteht, offensichtlich geworden“, betonen die Gewerkschafter in ihrer gemeinsamen Mitteilung.

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stol

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