Sonntag, 04. Dezember 2016

Renzi wählte in seinem Heimatort bei Florenz

Premier Matteo Renzi hat am Sonntagvormittag in seinem Heimatort Pontassieve bei Florenz seine Stimme für das Verfassungsreferendum abgegeben. Renzi erschien in Begleitung seiner Frau Agnese und seiner drei Kinder und wurde von dem Blitzlichtgewitter der auf ihn wartenden Fotografen empfangen.

Foto: © LaPresse

Vom Ausgang des Referendums könnte die politische Zukunft des Premiers abhängen.

Sollte das „Nein“ gewinnen, könnte Renzi zurücktreten, was den Weg zu einer Übergangsregierung bis zu Parlamentswahlen 2018 führen würde. Politischen Beobachtern zufolge könnte Staatschef Sergio Mattarella Senatspräsidenten Pietro Grasso mit der Bildung einer Übergangsregierung beauftragen.

Grasso äußerte sich am Sonntag per Twitter zur Bedeutung des Referendums und rief die Italiener auf, sich an der Volksentscheidung zu beteiligen. „Das Volk hat die Souveränität. Wer nicht wählt, lässt zu, dass andere für ihn entscheiden“, sagte Grasso im Anschluss an seine Stimmabgabe.

Der Chef der rechtspopulistischen Oppositionspartei Lega Nord, Matteo Salvini, der für ein „Nein“ beim Referendum plädiert, äußerte am Sonntag die Hoffnung, dass nach dem Referendum eine neue Ära für Italien beginnen werde. „Ab Dienstag wird sich die Politik wieder mit den Problemen der Bürger befassen. Renzi, der sich als König der Welt fühlt, wird nach Hause gehen“, sagte Salvini, der seine Stimme in einem Wahllokal in Mailand abgab.

Die Abstimmung verlief in ganz Italien reibungslos. In den vom Erbeben im August und im Oktober betroffenen mittelitalienischen Gemeinden gab es teilweise improvisierte Abstimmungslokale in Zelten.

In der umbrischen Kleinstadt Norcia, die beim Erdbeben im Oktober schwere Schäden erlitten hatte, wählten die 3.784 Wahlberechtigten in einem Zelt, das vom Zivilschutz aufgestellt wurde. Auch in Cascia und Preci wählten viele obdachlose Bürger in Zelten, da die für Wahlen benutzten Schulen größtenteils zerstört sind.

apa

stol