Montag, 11. Juni 2018

Restwassermengen und Gewässerschutz in Südtirol

In Sachen Restwassermengen spielt Südtirol im Vergleich zu anderen italienischen Regionen in den hinteren Reihen: Das stellt der Landesfischereiverband. Obwohl es in Südtirol viele Gesetze zum Schutz der Gewässer und den Erhalt des ökologischen Zustandes gibt, fehlt in Südtirol ein Wasserschutzplan, der in anderen italienischen Regionen verabschiedet wurde und eine ökologische Berechnung des Restwassers vorsieht.

In der letzten Zeit musste der Landesfischereiverband leider immer wieder feststellen, dass an den Restwassermengen gerüttelt wurde
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In der letzten Zeit musste der Landesfischereiverband leider immer wieder feststellen, dass an den Restwassermengen gerüttelt wurde

Während in Südtirol pauschal eine Restwassermenge von 2 l/s*km2vorgesehen sei, liegt diese zum Beispiel im Veneto bereits bei 3-4 l/s*km², also 50 bis 100% höher als in
Südtirol, wissen die Experten. Regionen wie Trient oder Ligurien haben ein Minimum von 2-5 l/s*km2 eingeführtund auch in Aosta liege die Restwassermenge viel höher als in Südtirol.

In der letzten Zeit musste der Landesfischereiverband immer wieder feststellen, dass an den Restwassermengen gerüttelt wurde: Nicht zuletzt, weil Tourismus und Vereine die Gewässer für Veranstaltungen, die Landwirtschaft für die Bewässerung nutzen, sowie die Wirtschaft für die Produktion von CO2-neutraler Energie.

Problem für geschützte Fisch- und Krebsarten

Der Landesfischereiverband mahnt die zuständigen Stellen, den Gewässerschutzplan wie von den eigenen Gesetzen vorgesehen – umzusetzen, um in den heimischen Gewässern einen optimalen Lebensraum für Flora und Fauna zu schaffen. Vor allem die angespannte Situation bezüglich der Restwassermengen stellt jedes Jahr ein Problem für die Gewässer und die darin lebenden und geschützten Fisch- und Krebsarten dar.

Auch der neue Landesgesetzentwurf Nr. 158/18 sieht eine Neuerung im Bereich der kleinen und mittleren Wasserableitungen zur Erzeugung von elektrischer Energie vor. Nun sollen Bergbauernhöfe und Almen, die an das öffentliche Stromnetz angebunden sind, nicht nur den Eigenbedarf decken, sondern auch in das Netz einspeisen können.

Der Landesfischereiverband mahnt, dass man dadurch nur einen geringen Mehrwert für die Energieproduktion schaffe. Dabei seien die Auswirkungen auf die Gebirgsbäche gerade durch kleine Kraftwerke sehr schädlich.

stol

 

stol