Donnerstag, 15. April 2021

Rittner Bahnl: Ende der Fahrt am 19. Mai?

Da ist höchste Eisenbahn! Ab 19. Mai soll die schmucke Schmalspurbahn am Ritten von der SAD an das Land übergehen. Doch steht an diesem Tag überhaupt noch eine Zuggarnitur für die Fahrten zur Verfügung? SAD-Chef Ingemar Gatterer will das Rollmaterial ins Ausland verkaufen, jetzt versucht das Land, die Aktion im letzten Moment zu stoppen.

Abschied vom Ritten? Die Garnituren der Schmalspurbahn am Ritten sollen demnächst im  Ausland fahren – obwohl sie mit Landesgeld finanziert wurden.
Badge Local
Abschied vom Ritten? Die Garnituren der Schmalspurbahn am Ritten sollen demnächst im Ausland fahren – obwohl sie mit Landesgeld finanziert wurden. - Foto: © zö
Die Vorgeschichte sorgte vor 3 Wochen vor Schlagzeilen: Weil die Seilbahn Ritten und das Rittner Bahnl ab 19. Mai von der landeseigenen STA geführt werden sollen, ließ SAD-Chef Ingemar Gatterer die Bombe platzen, dass die Garnituren der Schmalspurbahn am Ritten „bereits ins Ausland verkauft“ worden seien. Am Montag fand der Lokalaugenschein mit der Transportfirma statt. „Die erste Garnitur wird den Ritten am 22. April verlassen“, sagt Gatterer.

Um dies zu verhindern, hat das Land beim Landesgericht einen Antrag auf einstweilige Beschlagnahme der Garnituren hinterlegt. Mit einem Entscheid wird diese Woche gerechnet. Die Garnituren wurden vom Land finanziert, das zudem für die außerordentliche Instandhaltung sorgte. „Was die Südtiroler gezahlt haben, muss in Südtirol bleiben. Der Dienst im Nahverkehr muss garantiert sein“, so Landesrat Alfreider. Sollte ein ökonomischer Ausgleich nötig sein, werde man ihn finden, „aber die Bahn muss fahren“.




Ingemar Gatterer stellt klar, dass die Garnituren auf dem Besitzbogen als Eigentum der SAD aufscheinen. Für den 100-prozentigen Beitrag des Landes für den Ankauf habe es die Gegenleistung des Dienstes gegeben. Eine Übergabe könne es „nur gegen Entgelt, nie gratis“ geben. Dass die Garnituren sein Eigentum seien, sei sonnenklar. „Wenn, dann geht es wie im Streit um die Busse um eine Rückerstattung von Beiträgen.“

Er, so Gatterer, habe dem Landeshauptmann ein Treffen angeboten, um eine Lösung zu finden. „Wenn man dazu bereit ist, fein, sonst spielen wir weiter. Ich habe Geld genug, um mein Leben lang mit dem Land vor Gericht zu streiten“, sagt Schlossbesitzer Gatterer.

In einem Schreiben ans Land wies er gestern zudem darauf hin, dass SAD bis 2026 Mieter der Werkstätten in Oberbozen und Klobenstein sowie der Ein- und Ausstiege zur Bahn sei. „Die Mietverträge hätten vor einem Jahr gekündigt werden müssen, doch wie bei den Busremisen hat dies das Land nicht getan“, so Gatterer.

bv