Dienstag, 01. Dezember 2020

Rom bleibt hart: Hoffnungen auf Weihnachtsgeschäft schwinden

Die Nachrichten aus Rom lassen die Hoffnungen auf eine erfolgreiche Wintersaison schwinden: Die Mobilität in Italien und Europa soll vor und zu Weihnachten eingeschränkt bleiben. Die Neuigkeiten aus der Staat-Regionen-Konferenz überbrachte Landeshauptmann Arno Kompatscher.

Touristen werden über die Weihnachtszeit aller Voraussicht nach nicht nach Südtirol kommen dürfen, sagte Landeshauptmann Arno Kompatscher am Dienstag. Für die Wirtschaft wäre das ein herber Schlag (im Bild: Sulden). - Foto: © www.smg.bz.it / IDM Südtirol/Benjamin Pfitscher
Alles wartet gespannt auf das neue Dekret von Ministerpräsident Giuseppe Conte mit den neuen Regelungen für die Weihnachtszeit: Am heutigen Dienstag fand dazu eine Staat-Regionen-Konferenz mit den Präsidenten der Regionen, Gesundheitsminister Roberto Speranza und Regionenminister Francesco Boccia statt.

Mobilität in Italien und Europa in Weihnachtszeit wohl eingeschränkt

Landeshauptmann Arno Kompatscher hat am Dienstagmittag darüber berichtet und die Hoffnungen der Südtiroler Wirtschaft auf ein positives Weihnachtsgeschäft getrübt: „Wie es aussieht, ist auf römischer Ebene geplant, weiter strenge Einschränkungen vorzusehen, insbesondere für die Mobilität in der Vorweihnachtszeit und während der Feiertage.“

Rom wolle das System der Einteilung Italiens in gelbe, orange und rote Zonen beibehalten, plane allerdings für Weihnachten auch für gelbe Zonen strengere Vorschriften. Das betreffe auch die Mobilität zwischen den gelben Regionen: Sie soll eingeschränkt bleiben.

„Ob diese Regelungen bereits am 4. Dezember in Kraft treten oder erst kurz vor Weihnachten, ist noch offen“, erklärte Kompatscher. Man müsse das Dekret von Ministerpräsident Conte abwarten, das derzeit noch in Ausarbeitung sei.

Touristen dürfen wahrscheinlich nicht kommen

Für den Wintertourismus ist dieses Signal jedenfalls verheerend: „Aus heutiger Sicht wird es wohl schwierig, Wintertourismus in der Vorweihnachtszeit und über Weihnachten zu haben“, meinte Kompatscher.

Die Regionen haben bei den Ministern klargemacht, welch herber Schlag dies für die Wirtschaft der Wintersportregionen sei. „Die Regelungen würden einen ganzen Sektor betreffen, massive Einbußen bedeuten und viele Arbeitsplätze langfristig gefährden“, sagte Kompatscher.

Sollte die Regierung tatsächlich an diesem Vorhaben festhalten, so forderten die Regionen wenigstens Planungssicherheit für die Zeit nach Weihnachten, sagte Kompatscher: „Können dann touristische Aktivitäten wieder aufgenommen werden? Kann geplant werden? Betriebe brauchen Planbarkeit, sie müssen Anstellungen vorbereiten können. Auch Arbeitnehmer müssen Klarheit haben, ob es heuer im Winter Arbeit gibt.“ Dies gelte ebenso für die Kommunikation mit den Gästen, so Kompatscher. Auch Entschädigungen seien unbedingt notwendig.

„Wir haben die Regierung aufgefordert zu überprüfen, ob eine Öffnung der Skigebiete für die innerhalb einer Region lebenden Menschen möglich ist, immer unter Einhaltung der Sicherheitsvorkehrungen, also ohne Après Ski und andere große Menschenansammlungen“, sagte Kompatscher.

Restaurants zu Weihnachten zu?

Eine Bestätigung für Berichte in italienischen Medien, denenzufolge Restaurantbetriebe über die Weihnachtsfeiertage geschlossen halten müssten, gab es von den Ministern heute nicht, sagte Kompatscher.

Auch Berichte dazu, dass geplant sei, den Brenner zu schließen, um unlauteren Wettbewerb um Skitouristen im Alpenraum zu verhindern, kommentierte der Landeshauptmann: „Grenzschließungen sollen nie das Rezept sein. Abgesehen von praktischen Problemen, wäre es auch politisch ein fatales Signal.“ Aus Sicht der Regierung seien Grenzschließungen die „Ultima ratio“, wie Kompatscher sagte: „Wenn schon, beträfe es eher die Grenze zur Schweiz, falls man sonst keine Lösungen findet. Mit Österreich ist man im Gespräch.“

kn