Die erste Verhandlungsrunde, in der Südtirol und das Trentino mit dem Staat allein um mehr Rechte pokern, war holprig. Nachdem Giorgia Meloni der Runde ihren Statthalter Alessandro Urzì und damit einen Politiker aufs Auge gedrückt hatte, rückten gestern nicht nur die Landeshauptleute Kompatscher und Fugatti an, sondern auch Meinhard Durnwalder.<BR /><BR />„Wenn mit Urzì schon der Präsident der 6er-Kommission mit am Tisch sitzt, dann auch Durnwalder für die deutsch/ladinische Komponente der Autonomiekommission“, stellte SVP-Chef Dieter Steger gegenüber den Ministern Ciriani (Beziehungen zum Parlament) und Calderoli (Regionen) klar.<h3> Kompatscher: „Will nichts verschreien“</h3>Mit dem Ergebnis der ersten Runde ist man aber zufrieden. Giorgia Meloni hat zugesagt, Südtirols Autonomie am Stand der Streitbeilegungserklärung 1992 wiederherzustellen. Gestern hat man sich erstmals nach einem Jahr mit diesem Teil der Reform befasst. „Ich will nichts verschreien, aber man hat das Gefühl, dass alle flott arbeiten wollen“, sagt Landeshauptmann Kompatscher.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1084992_image" /></div> <BR /> Südtirol verlangt die Wiederherstellung der Bereiche: 1) Ordnung von Landesämtern und Personal einschließlich Arbeitsverhältnis und Kollektivverträge. 2) Raumentwicklung, Bauwesen, Bauleitpläne. 3) Straßenwesen und öffentliche Aufträge einschließlich Vergabeverfahren. 4) Handel, Handelsurbanistik, Öffnungszeiten. 5) Energie samt Großableitungen und die neue Kompetenz Umweltschutz. Konkrete Zusagen gab es nicht, alle müssen Rücksprache mit ihren Ministerien halten. „Es hat aber keiner Nein gesagt“, heißt es.<h3> Am Dienstag geht's weiter</h3>Am nächsten Dienstag wird jener Teil diskutiert, der bereits im Tross mit allen autonomen Regionen verhandelt wurde. Hier geht es um die Streichung von Auflagen , an die sich Südtirol bei seiner Gesetzgebung halten muss wie „nationales Interesse“ und „wirtschaftlich-soziale Grundsätze“. Es geht um die umstrittene Einvernehmensklausel, die verhindern soll, dass Rom das Statut einseitig abändert und um eine neue Rolle für Durchführungsbestimmungen der 6er- und 12er-Kommission.<BR /><BR />Bei der dritten Runde sollen alle weiteren Aspekte angegangen werden. Anzunehmen ist, dass dann auch Forderungen von italienischer Seite auf den Tisch kommen. Alessandro Urzi verweist diesbezüglich auf das Koalitionsabkommen, in dem von „Anpassung“ der Autonomie die Rede sei. Er sieht sich aber nicht als Gegenspieler. Über das „Allermeiste“, das gestern in Sachen Wiederherstellung diskutiert wurde, arbeite man „in absoluter Syntonie“.