Die staatliche Behörde ARERA (Autorità di Regolazione Energia Reti e Ambiente) tut, was ihr Name sagt: Sie reguliert. Und zwar von Strom und Fernwärme über die Abfallwirtschaft bis hin zum Trinkwasser. Sie macht Vorgaben, etwa zu Organisationsmodellen, zu Qualitätsstandards und Tarifen/Preiszonen. „Während vor der Unterzeichnung des Trinkwasser-Protokolles nicht ganz klar war, was passiert, sollte die Region Trentino-Südtirol oder eines der autonomen Länder mit einer ARERA-Maßnahme nicht einverstanden sein, ist dies nun Schwarz auf Weiß im ARERA-Protokoll (Art. 2) festgeschrieben: Es entscheidet die ARERA“, erklärt der Co-Vorsitzende der Grünen, Felix von Wohlgemuth. <h3>Offener Brief an Bürgermeister </h3>In einem offenen Brief u.a. an Südtirols Bürgermeister fordern der Bozner Gemeinderat Rudi Benedikter und Felix von Wohlgemuth diese auf, sich zur Wehr zu setzen, „so wie es die Trentiner vehement tun“. Der Trentiner Gemeindenverband hat sich jedenfalls in seiner Stellungnahme einstimmig gegen die Unterzeichnung des Protokolls ausgesprochen, u.a. aufgrund des Artikel 2. Denn der besage, dass ARERA-Maßnahmen im Trentino selbst dann Gültigkeit hätten, wenn sie im Widerspruch zu den Bestimmungen des Autonomiestatuts und den damit verbundenen Durchführungsbestimmungen stehen und dies vom Land im Rahmen des Arbeitstisches vorgebracht wurde. Dem könne man nicht zustimmen.<h3>Trentino hat Protokoll nicht unterzeichnet</h3>Und in der Tat, das Trentino hat das Protokoll bis heute nicht unterzeichnet. Anstatt sich mit dem Trentino zusammen gegen das Ansinnen der ARERA zur Wehr zu setzen, habe die Südtiroler Landesregierung „Südtirols Hoheit über die Trinkwasserversorgung der staatlichen Strategie“ unterworfen, kritisieren die Grünen. Das sei nicht nur ein Verstoß gegen autonome Kompetenzen, das sei auch „ein strategischer Fehler“. Man habe, so die beiden Grünen weiter, „eine tragende Säule der Autonomie – die Trinkwasserhoheit – schwer beschädigt, den gesamtstaatlichen Interessen untergeordnet und Südtirols Gemeinden und Trinkwasserkonsortien entmachtet“. Sie fordern daher, „eine Rückkehr zum Konsens-System des Art. 14/3 des Autonomiestatutes“.<BR />