Freitag, 25. Oktober 2019

Rom streikt gegen Bürgermeisterin: Demo gegen Verfall der Stadt

Tausende Menschen haben am Freitag in Rom vor dem Rathaus auf dem Kapitol-Hügel gegen die Bürgermeisterin Virginia Raggi demonstriert.

Zahlreiche Menschen fanden sich auf dem Kapitol ein, um zu protestieren.
Zahlreiche Menschen fanden sich auf dem Kapitol ein, um zu protestieren. - Foto: © ANSA / ANGELO CARCONI

Zum Protest riefen Gewerkschaften und Bediensteten kommunaler Betriebe, zu denen die Nahverkehrs- und die Müllentsorgungsgesellschaft AMA angehören.

Die Bediensteten legten am Freitag die Arbeit nieder.

Die Demonstranten kritisierten den Verfall der Stadt und schlechte Verwaltung der schwerverschuldeten kommunalen Betriebe.

Raggi, Politikerin der Fünf-Sterne-Bewegung, ist seit ihrem Amtsantritt 2016 umstritten, weil sie die Probleme von Italiens Hauptstadt nicht in den Griff bekommt. Die Demonstranten forderten den Rücktritt der Stadtchefin.

Die Gewerkschaften warnen vor der Gefahr, dass die sanierungsbedürftigen kommunalen Betriebe, die über 23.000 Personen beschäftigen, starken Personalkürzungen unterzogen werden könnten.

Die Missstände würden sich negativ auf die Dienstleistungen für die Bürger auswirken. Raggi erwiderte, sie arbeite hart an der Sanierung der Gesellschaften. Sie hatte vergebens an die Bediensteten appelliert, auf den Streik am Freitag zu verzichten.

Die 41-jährige Raggi wurde im Juni 2016 als erste Frau an die Spitze der Stadt gewählt und versprach, Rom wieder auf die Beine zu bringen und von Korruption und Misswirtschaft zu befreien. Davon spüren die meisten Bewohner allerdings nichts. Raggis Sterne-Bewegung sitzt seit Juni 2018 mittlerweile auch in der nationalen Regierung.

Wegen des Protests gegen Raggi legten am Freitag auch die öffentlichen Verkehrsbetriebe die Arbeit nieder. Dies sorgte für chaotische Zustände in der 3,5 Millionen-Metropole. Betroffen waren Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen.

apa

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