Und auch in der SVP reagiert man mit Unverständnis auf Urzìs Forderungskatalog.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1102464_image" /></div> <BR /><BR />Der Präsident der 6er-Kommission, Alessandro Urzí fordert, die Ansässigkeit beim aktiven kommunalen Wahlrecht von bisher 4 Jahren auf 1 Jahr zu senken. Auf Gemeindeebene soll es zudem möglich sein, einen Vertreter einer Sprachgruppe (sprich Italiener) in den Ausschuss zu berufen, auch wenn dieser der einzige in den Rat gewählte Vertreter seiner Sprachgruppe ist. Drittens: Der Anteil der Sprachgruppen in der Landesregierung soll künftig entsprechend dem Proporz aus der Sprachgruppenerhebung erfolgen. Und viertens soll es einen Südtiroler Staatsrat italienischer Muttersprache geben.<h3> Stauders Skepsis über die Anwendbarkeit</h3>„Einige Forderungen Urzìs scheinen mir mit einer demokratischen Wahl und einem demokratischen System schwierig vereinbar“, meint SVP-Fraktionschef <b>Harald Stauder</b>: vor allem der Vorschlag, wonach die Landesregierung künftig entsprechend dem Proporz aus der Sprachgruppenerhebung zusammen gesetzt sein sollte und nicht mehr wie bisher nach der zahlenmäßigen Stärke der Italiener im Landtag. So könnte es schwierig werden, die Posten in der Landesregierung und die Landtagspräsidentschaft zu vergeben, meint Stauder. Da könnte es auch sein, dass dann Oppositionsvertreter die Landtagspräsidentschaft übernehmen müsste, weil es nicht genug Italiener in der Mehrheit für diesen Posten gebe. <h3> Knoll sieht Autonomiesäulen in Gefahr</h3>„Landeshauptmann Kompatscher hat in Rom kein Mandat des Landtags, in irgend einer Weise den Forderungen Urzís im Wege der Verhandlungen nachzugeben“, meint <b>Sven Knoll</b> (Süd-Tiroler Freiheit). „Unsere große Sorge ist, dass Rom in einigen Bereichen bei den verloren gegangenen Kompetenzen zustimmt, wenn im Gegenzug Urzís Punkte umgesetzt werden. Was nützt es uns, wenn wir im Bereich Umweltschutz irgend eine zweitrangige Zuständigkeit zurückbekommen würden, aber dafür im Gegenzug wesentliche Säulen der Autonomie opfern müssten wie die Ansässigkeit bei Wahlen? Das sind elementare Säulen des Minderheitenschutzes. Diese wurden eingeführt, damit nicht Carabinieribeamte oder Militärangehörige, die kurzzeitig nach Südtirol versetzt werden, plötzlich mitwählen und Wahlverhältnisse ändern können“, warnt Knoll. <h3> Köllensperger: Von Vollautonomie ist keine Rede mehr</h3>Team-K-Chef <b>Paul Köllensperger</b> erinnert daran, dass mit Alessandro Urzí ein Mann am Verhandlungstisch zur Autonomiereform in Rom sitzt, „der über 20 Jahre lang im Landtag die Autonomie bekämpft hat“. Deshalb brauche man sich nicht zu wundern, wenn er nun alte Forderungen wieder auftische und ebenso ein paar neue stelle: „Jetzt, wo er mit SVP-Hilfe genau in jenen Positionen sitzt, „wo er genüsslich Rache nehmen kann. Hat sich wirklich jemand einen Sinneswandel bei Meloni oder Urzì erwartet? Schauen wir, was von der Wiederherstellung der Kompetenzen noch übrig bleibt, von neuen Zuständigkeiten oder gar Vollautonomie ist sowieso keine Rede mehr. Wobei mehr Unabhängigkeit von Rom bei Vergabe, öffentlichen Arbeiten oder Umwelt relativ wenig bringen würde, da diese Bereiche mittlerweile von EU-Recht also Brüssel geregelt werden“, so Köllensperger.<h3> Widmann: Die Gesundheit sollte eingefordert werden</h3>„Vollkommen daneben“ wäre es, wenn die Landesregierung nach Proporz zusammengesetzt würde, ist <b>Tommy Widmann</b> (FSW) überzeugt. Südtirol sollte in Rom die Gesundheit als primäre Kompetenz fordern, da Südtirol immer wieder sinnlose Bestimmungen von Rom übernehmen muss wie die Zahl der Hausärzte in der Peripherie oder die Bezahlung der Hausärzte, meint Widmann