„Habe die Ehre, liebe Rechtsextreme“ – was so begann, steht seit Tagen im Sperrfeuer der Kritik, nämlich die Rede von Jürgen Wirth Anderlan bei einem FPÖ-Symposium in Wien. SPÖ, ÖVP, SPD, CDU und SVP seien „alles nur korrupte Banditen“. Die EU sei ein „kriegsgeiler Sauhaufen“. In der Pandemie seien Menschen einsam gestorben. „Die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen, ist zu wenig. Hier müssen Handschellen klicken und ab in den Steinbruch“, so JWA.<h3> Symbolische rote Linie</h3>In Stellungnahmen sind einige Parteien bereits auf Distanz zu Anderlans Aussagen gegangen. Am heutigen Dienstag aber sollten sich alle Fraktionen in einer gemeinsamen Aktion vom Kalterer Rechtsaußen distanzieren. Dazu soll um 14.20 Uhr ein rotes Band vor dem Landtag ausgelegt werden, das die rote Linie zu JWA symbolisiert. <BR /><BR />Plakate mit Schlagwörter gegen rechte Parolen werden auf der einen Seite der Linie stehen – die Parteien, die sich von diesem gewalt- und NS-affinen Gedankengut distanzieren, auf der anderen. <h3> „JWA etwas entgegensetzen“</h3>Die Idee ging von Harald Stauder (SVP) und Brigitte Foppa (Grüne) aus. Wehret den Anfängen: Solche Aussagen kann man nicht durchgehen lassen. Die größten Fehlentwicklungen der Geschichte sind oft entstanden, weil sich niemand gegen erste Anzeichen gewehrt hat. Man dürfe das Feld nicht rechten Schreiern überlassen. „Wir wollen JWA etwas entgegensetzen“, so Foppa und Stauder.<h3> Bislang nur eine Zusage</h3>Doch zum Schulterschluss aller gegen JWA wird es nicht kommen. Die Einladung zur roten Linie war gestern früh zwar an alle Fraktionen ergangen. Bis gestern Nachmittag gab es aber nur eine Zusage vom Team K. Anzunehmen ist, dass sich der PD hinzugesellt.<BR /><BR /><embed id="dtext86-64626062_quote" /><BR /><BR />Die große Frage aber ist, was im volkstumspolitischen Lager passiert. Die Süd-Tiroler Freiheit, die sich selbst gern auf FPÖ-Veranstaltungen tummelt, sieht jedenfalls keinen Grund, JWA zu isolieren. „Wir finden seine Aussagen nicht gut, doch ist die Veranstaltung an Heuchelei nicht zu übertreffen: Wir sollen mit der SVP ein Zeichen gegen rechts setzen, die selbst mit den Fratelli koaliert? Und mit den Grünen, die nie mitmachen, wenn es darum geht, faschistische Relikte abzubauen? Nein danke“, sagt Knoll. <BR /><BR />Auch von Renate Holzeisen, die mit JWA das impfkritische Lager im Landtag vertritt, gab es gestern Nachmittag keine Zusage – wie übrigens von keiner italienischen Partei aus der Mehrheit.<BR /><BR />Die Promotoren nehmen es gelassen. „Jeder muss selbst wissen, wo er steht und dafür Verantwortung übernehmen“, meint Foppa.