Mit dem Antrag baten die Ermittler um die Genehmigung, das Büro von Berlusconis Buchhalter Giuseppe Spinelli durchsuchen zu dürfen.Dieser wird beschuldigt, in Berlusconis Auftrag Dutzende Prostituierte und Showgirls bezahlt zu haben, die an ausschweifenden Partys in der Mailänder Residenz des Premiers teilnahmen. Die Abgeordnetenkammer lehnte den Antrag mit 315 Stimmen gegen 298 ab. Ein Deputierter enthielt sich der Stimme.Vor der Abstimmung hatte Justizminister Angelino Alfano die Parlamentarier aufgerufen, den Antrag abzulehnen. Das Problem sei nicht, Berlusconi zu schützen, man müsse das Recht der Parlamentarier verteidigen, nicht durchsucht zu werden, meinte Alfano. Das Ergebnis der Abstimmung wird die Mailänder Staatsanwälte nicht davon abhalten, spätestens bis Dienstag einen Prozess gegen den Ministerpräsidenten zu beantragen. Aus Justizkreisen verlautete gestern, dass die Anklagepunkte gegenüber Berlusconi wohl aus prozessrechtlichen Gründen voneinander getrennt und in zwei Prozessen mit verschiedenen Geschwindigkeiten behandelt werden könnten. Dem Verfahren wegen Amtsmissbrauchs soll Priorität eingeräumt werden.In Rom kursierten gestern Gerüchte von kompromittierenden Fotos und Filmen, die während der Partys in Berlusconis Villa aufgenommen worden seien. Der Mailänder Oberstaatsanwalt Edmondo Bruti Liberati bestritt dies jedoch.mit