Montag, 05. Dezember 2016

Rücktritt mit „Knoten im Hals“

Italien schlittert nach der Schlappe bei dem Verfassungsreferendum in eine Regierungskrise. Ministerpräsident Renzi geht – und hinterlässt viele Fragezeichen.

Matteo Renzi kündigte den Rücktritt an.
Matteo Renzi kündigte den Rücktritt an. - Foto: © LaPresse

Nach der schweren Schlappe bei dem wichtigen Verfassungsreferendum hat Ministerpräsident Matteo Renzi seinen Rücktritt angekündigt. Damit zog er noch in der Nacht zum Montag die Konsequenz aus der bitteren Niederlage.

Am Montag wolle er seinen Rücktritt bei Staatspräsident Sergio Mattarella einreichen, sagte Renzi im Regierungspalast in Rom. Italien droht jetzt eine Regierungskrise. Oppositionsparteien wie die Bewegung „5 Stelle“ forderten schnelle Neuwahlen.

Renzi sagte selbstkritisch: „Wir haben es nicht geschafft, die Mehrheit unserer Bürger zu überzeugen.“ Und fügte hinzu: „Ich habe verloren, und das sage ich laut aber mit einem Knoten im Hals, weil ich kein Roboter bin.“

„Wer für ein Ideal kämpft, kann nicht verlieren“, sagte der Premier. „Ich bin stolz über das Italien, das an die Politik glaubt." Er dankte seiner Frau Agnese und seinen Kindern für ihre Unterstützung. „Jetzt beginnt für mich die Zeit, mich wieder auf den Weg zu machen. Es lebe Italien, viel Glück für uns allen."

Stiller Abgang: Matteo Renzi und seine Frau Agnese - Foto: LaPresse 

 

dpa

stol