Die Option, die SVP-Landesversammlung vorzuverlegen, um Zellers Mandat zu verkürzen, ist definitiv vom Tisch.<BR /><BR /><BR />Nach Gert Lanz und Thomas Widmann nimmt heute der Dritte des zum Rücktritt verdonnerten SVP-Quartetts seinen Hut: Für 18 Uhr ist eine Bezirksleitung im Bezirk Bozen angesetzt. Letzter Punkt ist der Rücktritt von Bezirkschef Christoph Perathoner, der zuvor noch selbst die Wahl der neuen Bezirksspitze für die zweite Juniwoche ansetzen wird. Es wird nicht ausgeschlossen, dass Karl Zeller nach Perathoners Abgang doch noch von sich aus einen Schritt zurück macht.<BR /><BR />Gestern allerdings wurde man den Eindruck nicht los, dass Zeller Obmann und Landeshauptmann elegant ausgetrickst hat; diese hatten sich mit der Parteileitung auf ein gemeinsames Vorgehen in Sachen Abhörprotokolle geeinigt. Bis zu Mittag wurde nach 2 Gesprächen mit Zeller gehofft, dass er den Weg von sich aus freigeben würde. <BR /> Immerhin war nach der letzten Aussprache mit Achammer am Donnerstag von „aufgeweichten Fronten“ die Rede. Doch gefehlt: Zeller spielt auf Zeit, erschien nicht zur Parteileitung und teilte per Whatsapp nur mit, dass „ich nichts weiß und nichts sage“.<h3> Doch kein Vorschlag</h3>Allemal wurde nichts aus der Ankündigung von Obmann Philipp Achammer, der SVP-Leitung einen Vorschlag zu unterbreiten, wie es nun mit Zellers Vizeobmannschaft weitergeht und einer Entscheidung. Vielmehr musste das heiße Eisen vertagt werden. <BR /><BR />Voraussetzung für jeden weiteren Schritt ist laut SVP-Statut nämlich eine Anhörung Zellers durch die Parteileitung. Da nicht ausgeschlossen war, dass der Ex-Senator freiwillig einen Schritt zurück macht, war ihm die Einladung nie zugestellt worden. Dies wird nun geschehen. Mit der Anhörung beauftragte die SVP-Leitung Landeshauptmann Kompatscher und Parteiobmann Achammer. <h3> „Ziel bleibt einvernehmliche Lösung“</h3>Die Anhörung ist laut Achammer „formell der erste Schritt“ hin zu einem Beschluss, Zellers Mandat als Vizeobmann zu suspendieren. „Ziel bleibt aber weiterhin eine einvernehmliche Lösung“, betont Achammer. Kein Wunder, denn setzt Zeller keine freiwilligen Schritte, so zieht sich die ganze Angelegenheit gewaltig in die Länge. Wie lange, zeigt das Beispiel von Thomas Widmann, der nach dem Entzug seiner Kompetenzen durch den Landeshauptmann noch 2 Monate Landesrat blieb, bis ihn der Landtag abwählte.<BR /><BR />Die Option, die SVP-Landesversammlung vorzuverlegen, um Zellers Mandat zu verkürzen, ist jedenfalls definitiv vom Tisch. Zumal die letzten Bezirke ihre Spitze erst in der zweiten Junihälfte erneuern, geht sich ein Parteitag vor der Sommerpause terminlich nicht aus. Die Landesversammlung wurde gestern auf 3. September angesetzt. Ex-Senator Zeller hat bereits mehrfach angekündigt, sich um kein Parteiamt mehr zu bewerben.<BR /><BR />