Dienstag, 16. Juni 2020

Rumänien öffnet Kirchen für Gottesdienste

Trotz Sorgen wegen der instabilen Corona-Ansteckungskurve im Land gestattet Rumänien wieder Gottesdienste in Kirchen. Diese Lockerung kündigte Ministerpräsident Ludovic Orban am Dienstag auf Druck der oppositionellen Sozialdemokraten (PSD) an.

Für Premierminister Ludovic Orban geht es auf die Wahlen zu.
Für Premierminister Ludovic Orban geht es auf die Wahlen zu. - Foto: © APA (AFP) / DANIEL MIHAILESCU
Die Opposition hatte vorher gedroht, die Kirchenöffnung im Parlament durchzusetzen. Bisher waren Gottesdienste nur im Freien gestattet. Die Leitung der Rumänisch-Orthodoxen Kirche, der 86 Prozent der Rumänen angehören, begrüßte die Entscheidung Orbans.

Beobachter sehen die Entscheidung als Folge des beginnenden Wahlkampfs. In diesem Herbst stehen in Rumänien Parlaments- und landesweite Kommunalwahlen an. Dabei will die bürgerliche Regierung die ihr jetzt fehlende Mehrheit im Parlament erreichen und ihren Einfluss in den Kommunen ausweiten.

Die orthodoxe Kirche gilt als für das Wahlverhalten sehr einflussreich. Auf ihren Druck hin hat jüngst das Parlament mit den Stimmen aus dem Regierungslager und der Opposition den Sexualkundeunterricht als Pflichtfach abgeschafft.

Ansteckungskurve nicht stabil

In Rumänien war die Kurve der Ansteckungen mit dem Virus Sars-Cov-2 vor einer Woche abgeflacht, jedoch über das Wochenende wieder gestiegen. Am Dienstag stieg die Zahl der Infizierten binnen eines Tages um 250 auf insgesamt 22.415 registrierte Fälle seit Beginn der Pandemie. Eine Woche davor waren es noch 145 neue Fälle binnen eines Tages. Am vergangenen Sonntag lag das Plus im Vergleich zum Vortag bei 320 neuen Infektionsfällen.

Seit einem Monat gibt es schrittweise Lockerungen: Gastronomie und Kultur etwa sind nun unter freiem Himmel erlaubt. In geschlossenen öffentlichen Räumen herrscht weiter Maskenpflicht.

dpa

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