Montag, 28. März 2022

Russische Truppen setzen laut Kiew Streubomben ein

Die russischen Streitkräfte haben nach Angaben der ukrainischen Behörden Streubomben in der Ukraine eingesetzt. „Wir haben Beweise für den Einsatz von Streubomben in der Region Odessa und im Gebiet Cherson“, sagte Generalstaatsanwältin Iryna Wenediktowa. Laut einem Insider aus dem US-Außenministerium ist Russlands Präsident Wladimir Putin zu keinerlei Kompromissen bereit, um den Krieg zu beenden. Unterdessen wurde erneut ein Treibstofflager von russischen Raketen getroffen.

Putin zeigt weiter Härte. - Foto: © APA/AFP/SPUTNIK / MIKHAIL KLIMENTYEV

Der Angriff sei im Gebiet Riwne in der Nordwestukraine erfolgt, teilte der Gouverneur der Region, Witalij Kowal, am Montag im Nachrichtendienst Telegram mit. Der Zivilschutz sei bereits vor Ort. Aufgrund des weiter geltenden Luftalarms sollen die Bürger jedoch weiter in den Schutzkellern bleiben. Damit sind nach Dubno, Luzk, Lwiw, Mykolajiw und mehreren Lagern bei der Hauptstadt Kiew rund ein Dutzend Kraftstofflager zumindest schwer beschädigt worden. Beobachter befürchten, dass es dem wichtigen Agrarexporteur Ukraine zu Beginn der Aussaat an Sprit mangeln könnte.

Streubomben verteilen Dutzende von winzigen Sprengladungen über ein Gebiet und stellen häufig für Zivilisten eine langfristige Gefahr dar. Einige der Sprengladungen explodieren nicht sofort und werden so de facto zu Landminen, die oft auch lange nach Beendigung eines Konflikts noch scharf sind und schwere Schäden verursachen können. Ein UNO-Vertrag von 1997 verbietet den Einsatz von Landminen. Wie auch die USA hat Russland diesen Vertrag allerdings nicht unterzeichnet.

Es gebe zwar Berichte über den Einsatz von Streubomben in der Hauptstadtregion Kiew, erklärte Wenediktowa. Die Untersuchung laufe dort aber noch, es gebe bisher keine konkreten Beweise. In den genannten Gebieten in der Südukraine sei der Einsatz der geächteten Munition aber nachgewiesen worden.

Städte von ukrainischen Truppen zurückerobert

Unterdessen wurden die Stadt Irpin bei Kiew und die Ortschaft Mala Rohan nahe der ostukrainischen Großstadt Charkiw von ukrainischen Truppen zurückerobert. In Kiew starben laut Bürgermeister Vitali Klitschko seit Kriegsbeginn mehr als 100 Menschen.

Der ukrainische Militärgeheimdienst veröffentlichte indes Namen und Kontaktdaten von 620 Menschen, die nach seinen Angaben als Mitarbeiter des russischen Geheimdienstes FSB an kriminellen Aktivitäten in Europa beteiligt gewesen sein sollen. Die Liste wird auf der offiziellen Seite des ukrainischen Dienstes auf Russisch veröffentlicht. Eine Stellungnahme der Regierung in Moskau liegt nicht vor.

Einem Medienbericht zufolge gab das russische Verteidigungsministerium Angriffe auf 41 Militärziele in der Ukraine in den vergangenen 24 Stunden bekannt. Unter anderem seien große Munitionsdepots in der Region Schytomyr zerstört worden, zitiert die Nachrichtenagentur Interfax das Ministerium. Konkret geprüft werden konnten die Angaben nicht.

Alle Berichte zum Krieg in der Ukraine finden Sie hier.

apa/stol

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