Dienstag, 26. April 2022

Russland droht mit Militäraktion in Transnistrien

Die russische Regierung droht nach Berichten über Anschläge im abgespaltenen Moldauer Landesteil Transnistrien indirekt mit einem Einmarsch in der Region.

Marschieren bald auch in Transnistrien die Soldaten?. - Foto: © APA/AFP / SERGEI GAPON

Russland wolle nach Angaben des russischen Außenministeriums ein Szenario vermeiden, in dem es gezwungen sei, in Transnistrien zu intervenieren, berichtete die russische Nachrichtenagentur RIA am Dienstag, ohne nähere Details zu nennen.

Zuvor hatte sich die Regierung in Moskau besorgt über Anschläge auf 2 Sendemasten noch aus Sowjetzeiten in der von der Republik Moldau abgespaltenen Region gezeigt. Im Westen wurden damit Sorgen angefacht, Russland könne wie im Fall der Ukraine mit Verweis auf angebliche Bedrohungen in unter ihrem Schutz stehender Landesteile einen militärischen Einsatz starten.

Seit Anfang der 1990er Jahre russische Soldaten stationiert

In Transnistrien sind seit dem Ende der Sowjetunion Anfang der 1990er Jahre russische Soldaten stationiert. Mit ihrer Unterstützung konnte sich die Region von der Republik Moldau abspalten, nachdem diese Ende 1990 die Sowjetunion verlassen hatte. Von Transnistrien aus könnte Russland auch die nahegelegene ukrainische Hafenstadt Odessa angreifen. Moldau hat im Zuge des Ukraine-Kriegs zahlreiche Flüchtlinge aufgenommen.

Den Vorwand für ein russisches Eingreifen könnte eine angeblich von Rumänien geplante Aggression liefern. So behauptete Sergej Markow, ein russischer Politologe und früherer Berater von Kreml-Chef Wladimir Putin, in der Montag-Ausgabe der russischen Tageszeitung „Prawda“, Rumänien wolle das Nachbarland Moldau „mithilfe der NATO und unter Mitwirkung der ukrainischen Armee annektieren“ und entsprechend auch „Transnistrien angreifen“, um anschließend hart „gegen die russischsprachigen Einwohner“ durchzugreifen.

Alle Berichte zum Krieg in der Ukraine lesen Sie hier.

apa/stol

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