Mittwoch, 06. Mai 2020

Russland erlaubt nach wochenlangem Shutdown erstmals Lockerungen

Nach mehr als sechs Wochen Zwangsferien sollen in Russland trotz massiv steigender Corona-Zahlen vom 12. Mai an erstmals Lockerungen im Shutdown möglich werden.

Russland erlaubt erstmals Lockerungen.
Russland erlaubt erstmals Lockerungen. - Foto: © APA/afp / ALEXANDER NEMENOV
Kremlchef Wladimir Putin sagte am Mittwoch, dass die Verantwortung dafür in den jeweiligen Regionen liege und abhängig sei von den Infektionszahlen. Zugleich mahnte er bei einer im Fernsehen übertragenen Videokonferenz mit der Regierung vor übereilten Schritten.

Der russische Präsident hatte Ende März im Kampf gegen das Corona-Virus eine arbeitsfreie Zeit für das Land angeordnet, die noch bis 11. Mai läuft. Die Hauptstadt Moskau etwa will von kommender Woche an die Wiederöffnung von Industriebetrieben und Baustellen zulassen. Damit könnten eine halbe Million Menschen wieder zur Arbeit, sagte Bürgermeister Sergej Sobjanin. Geschäfte bleiben zu.

Die oberste Amtsärztin Anna Popowa schlug einen etappenweisen Ausstieg aus dem Lockdown vor. In einem ersten Schritt sollen demnach Spaziergänge im Freien sowie die Öffnung kleiner Geschäfte erlaubt werden – nicht aber in Moskau. Die Regierungen in den Regionen müssten die jeweiligen Entscheidungen treffen, betonte Popowa. Dabei müssten das Infektionsgeschehen, die Zahl der Krankenhausbetten und die Verfügbarkeit von Tests berücksichtigt werden.

In Russland wächst die Zahl der Neuinfektionen trotz strenger Ausgangssperren um täglich mehr als 10.000 Fälle. Sie lag am Mittwoch bei 165 929. Offiziell wird die Zahl der Corona-Todesfälle in Russland mit 1537, die der Genesenen mit 21.327 angegeben.

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dpa

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