Dienstag, 30. Oktober 2018

Russland plant Raketentests in Nähe von NATO-Großmanöver

Russland will in der Nähe des NATO-Großmanövers „Trident Juncture 18” vor der norwegischen Küste Raketentests vornehmen. Das Militärbündnis wurde nach Angaben von Generalsekretär Jens Stoltenberg vergangene Woche über die russischen Tests informiert, die sich mit der NATO-Übung überschneiden. „Ich erwarte von Russland, dass es sich professionell verhält”, sagte Stoltenberg.

Stoltenberg zu Gast beim Manöver Foto: APA (AFP)
Stoltenberg zu Gast beim Manöver Foto: APA (AFP)

Die Raketentests fänden in internationalen Gewässern statt und würden von der Nato genau beobachtet, sagte Stoltenberg weiter. Bei der Ankündigung habe sich Moskau an den vereinbarten Weg gehalten. Die norwegische Luftfahrtbehörde wurde nach eigenen Angaben über russische Raketentests zwischen dem 1. und 3. November informiert.

Die Tests überschneiden sich damit mit dem größten NATO-Manöver seit Ende des Kalten Krieges, das bis 7. November in der Region abgehalten wird. An der NATO-Übung nehmen rund 50.000 Soldaten aus 31 Ländern teil - die 29 NATO-Mitgliedstaaten sowie Schweden und Finnland. Aus Deutschland sind in Norwegen etwa 8.000 Soldaten beteiligt. Moskau verfolgt dieses Manöver mit Argwohn.

Machtdemonstration gegenüber Russland

Simuliert wird der Angriff auf einen Verbündeten und die Aktivierung der Beistandsklausel nach Artikel 5 des Nordatlantikvertrags. Bei der Übung soll die Fähigkeit der NATO trainiert werden, schnell Truppen aus anderen Teilen Europas und aus Nordamerika zusammenzuziehen.

Offiziell richtet sich das Manöver gegen keinen bestimmten Angreifer. Angesichts der seit Jahren wachsenden Spannungen mit Russland handelt es sich aber durchaus um eine Machtdemonstration. Norwegen teilt im hohen Norden eine rund 200 Kilometer lange Grenze mit Russland. Moskau hatte im September das größte Militärmanöver seiner Geschichte mit rund 300.000 Soldaten abgehalten.

apa/ag.

stol