Die SAD spielt heute in Südtirols Nahverkehr kaum mehr eine Rolle, führte bis Ende November 2020 aber Mendelbahn, Standseilbahn auf den Ritten, Rittner Schmalspurbahn und Seilbahn Jenesien. Bis Jänner 2019 deckte sie für das Land aber noch 25 Buslinien ab und war bis 2018 im Zugverkehr aktiv. Für weite Teile dieser Dienste – nämlich für die Seilbahnen ab 2009, die Bahn von 2008 bis 2017 und die Busdienste von Ende 2009 bis Ende 2018 – stehe ihr aber noch eine Nachzahlung zu, so die SAD in ihrem Antrag vor Gericht. Konkret habe sie den sog. „vernünftigen oder angemessenen Profit“ nicht erhalten: In Summe 13 Millionen Euro.<h3> Millionen-Forderung der SAD abgewiesen</h3>Dieser Tage hat die Zivilsektion am Bozner Landesgericht die Forderung aber abgewiesen. Aus dem 22-seitigen Urteil geht u.a. hervor, dass das EU-rechtliche Konzept des „angemessenen Profits“, sprich Mindestgewinns, auf die SAD weder anzuwenden, noch – wie von SAD gefordert – ins Landesgesetz einzufügen sei. Zum einen gelte es laut Urteil des Europäischen Gerichtshofs nicht für Seilbahnen und Standseilbahnen. <h3> Für Dienste von Land angemessen entlohnt</h3>Zudem ziele die EU auf Konkurrenz ab. Die Regelung des „vernünftigen Profits“ soll eigentlich verhindern, dass Unternehmen mit Forderungen über das Ziel hinausschießen. Eventuelle Ausgleiche seien vorab festzulegen. Vor allem aber habe der Staatsrat in mehreren Urteilen bereits festgestellt, dass die SAD für ihre Dienste vom Land angemessen entlohnt worden sei. Es sei nicht Aufgabe des Landes, dafür zu sorgen, dass ein Privatunternehmen wie die SAD Gewinne schreibt.<BR /><BR /><BR /><BR /> Zufrieden zeigt sich Landesrat Daniel Alfreider. Das Konzept des angemessenen Profits, sprich Mindestgewinnes, sei für Situationen mit unternehmerischen Risiko gedacht. „Da das Land die Busse finanzierte, Kilometergeld und Spesen zahlte, war das Risiko aber nahezu gleich Null“, so Alfreider. Er sei angetreten, um Ruhe und Ordnung in den Nahverkehr zu bringen. In Erwartung von Gerichtsurteilen gab er keine Kommentaren ab und spricht nicht von Krieg zwischen Land und SAD. „Die öffentliche Verwaltung wurde angegriffen und musste sich zwangsläufig verteidigen.“<BR />