„Die Lega ist keine rechtsextreme Partei. Wir sind Föderalisten“, sagte Garavaglia. Salvini begrüßte die Gegenkandidatur. <BR /><BR />„Ich habe einen Parteitag einberufen, damit sich Leute zur Wahl stellen, Vorschläge machen und Anträge vorlegen“, sagte der stellvertretende Ministerpräsident in Brüssel. „Je mehr Menschen Ideen einbringen, desto besser.“ Salvini hatte eine alternative Kandidatur zuvor wiederholt befürwortet. Bei der Wahl kann er sich auf eine starke Unterstützung unter den stimmberechtigten Delegierten stützen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1373190_image" /></div> <BR /><BR />Unterschiedliche Vorstellungen zur künftigen Parteiausrichtung<BR />Vor dem Parteitag nimmt die Debatte über den künftigen politischen Kurs der Regierungspartei in Hinblick auf die Parlamentswahlen im kommenden Jahr an Fahrt auf. Der Fraktionsvorsitzende im italienischen Abgeordnetenhaus, Riccardo Molinari, arbeitet an einem Papier zur Rolle der norditalienischen Regionen. Darin soll unter anderem das Thema der regionalen Autonomie behandelt werden – seit der Parteigründung in den 1980er-Jahren ein Hauptanliegen der Lega. Dabei soll auch das Konzept einer stärker föderalen Lega mit eigenständigen Strukturen im Norden, in Mittel- und Süditalien aufgegriffen werden.<BR /><BR />Garavaglia werden nur geringe Chancen auf einen Wahlsieg eingeräumt. Seine Kandidatur könnte jedoch dazu beitragen, den innerparteilichen Kritikern eine gemeinsame Stimme zu geben und die Unzufriedenheit vieler Lega-Aktivisten sichtbar zu machen. Salvinis Kritiker verlangen unter anderem eine stärkere Mitsprache bei der politischen Ausrichtung der Gruppierung und bei der Erstellung künftiger Wahllisten für die Parlamentswahlen.<BR /><BR />Die Zustimmung zur Lega ist laut jüngsten Umfragen auf rund sechs Prozent gefallen. Bei der Wahl 2019 hatte die Partei noch mehr als 34 Prozent erreicht. Salvinis Gruppierung bekommt vor allem die Konkurrenz auf dem rechten Lager seitens der dominanten Regierungspartei Fratelli d'Italia (Brüder Italiens) um Ministerpräsidentin Giorgia Meloni zu spüren. Auch die neue Rechtsaußen-Partei Futuro Nazionale (Nationale Zukunft) um den Europa-Abgeordneten und Ex-General Roberto Vannacci, Salvinis früherem Stellvertreter an der Parteispitze, macht der Lega zu schaffen.<BR /><BR />Salvini habe die ursprüngliche Identität der Lega als Partei des wirtschaftlich starken Nordens zugunsten eines gesamtnational ausgerichteten Kurses aufgegeben, der bei den Wählern nicht mehr gut ankomme, behaupten die Kritiker des Vorsitzenden. Daher fordern sie einen Parteichefwechsel.<BR /><BR />Salvini hatte am Montagabend seinen formellen Rücktritt als Parteichef der italienischen Lega erklärt. Gemeinsam mit seinen Stellvertretern Silvia Sardone, Claudio Durigon und Alberto Stefani legte er die Ämter vor dem Parteitag der Lega nieder. Er zeigte sich zuversichtlich, dass er wiedergewählt werde.