Freitag, 21. Juni 2019

Salvini macht Druck auf Niederlande für Migrantenaufnahme

Der italienische Innenminister Matteo Salvini hat in einem Schreiben Italiens Premier Giuseppe Conte zu einer „energischen Sensibilisierungsinitiative” gedrängt, um die Niederlande zur Aufnahme der 43 Migranten an Bord des Rettungsschiffes „Sea-Watch 3” aufzurufen. Das Schiff ist mit niederländischer Flagge im Mittelmeer unterwegs.

Innenminister Matteo Salvini übt Druck aus.
Innenminister Matteo Salvini übt Druck aus. - Foto: © APA/AFP

Die „Sea-Watch 3” hält sich seit einer Woche am Rande der italienischen Hochheitsgewässer auf. Salvini beklagte, dass Italien und Malta wegen ihrer geografischen Lage von der EU im Umgang mit dem Flüchtlingsnotstand allein gelassen worden seien.

Die „Sea-Watch” berichtete indes, dass weitere drei Boote mit Migranten in Seenot seien. Das Aufklärungsflugzeug der NGO Colibri habe zusätzlich ein bereits gesunkenes Schlauchboot lokalisiert. „Die 'Sea-Watch-3' wird dringend im Einsatzgebiet gebraucht, aber hängt weiterhin ohne sicheren Hafen fest”, bemängelte die Missionsleitung auf Twitter. An Bord herrsche ein „humanitärer Notstand”. Die 43 Migranten sollten sofort an Land gehen.

Unterdessen erreichten drei Boote mit insgesamt 100 Migranten an Bord am Freitag die süditalienische Insel Lampedusa. 81 Personen landeten auf der Insel an Bord eines Schlauchbootes, nachdem sie ein Fischerboot an eine Stelle unweit der Insel gefahren hatte, berichteten italienische Medien. Das Fischerboot wurde von einem Schiff der italienischen Küstenwache lokalisiert und aufgehalten.

Kurz daraufhin erreichten zwei kleinere Boote mit jeweils zwölf und sieben Migranten an Bord die Insel. Noch unklar ist, ob auch diese Migranten zuvor an Bord des Fischerbootes gewesen waren.

Salvini betreibt eine Politik der „geschlossenen Häfen”. Private Rettungsschiffe dürfen in Italien meist nicht einlaufen. Dafür hat in den letzten Wochen die Zahl kleinerer Boote zugenommen, die mit Migranten an Bord Süditalien erreichten.

apa

stol