Donnerstag, 01. August 2019

Salvini wirft Deutschland „Erpressung“ bei Migrationsfrage vor

Italiens Innenminister Matteo Salvini hat Deutschland „Erpressung“ bei der Verteilung von Migranten von Rettungsschiffen vorgeworfen.

Die Aussagen von Matteo Salvini haben wieder einmal für Aufregung gesorgt.
Die Aussagen von Matteo Salvini haben wieder einmal für Aufregung gesorgt. - Foto: © shutterstock

„Von der deutschen Regierung sind miserable Signale gekommen“, sagte der Chef der rechten Lega am Donnerstag dem Sender Sky TG24. In einer Mail habe die Bundesregierung Italien vorgeschlagen, dass Deutschland 30 Migranten von dem italienischen Küstenwachenschiff „Gregoretti“ übernehme, wenn im Gegenzug die 40 Migranten auf dem deutschen Rettungsschiff „Alan Kurdi“ in Italien aussteigen dürften.

Schiff hat Einfahrtverbot

Die „Alan Kurdi“ der Regensburger Organisation Sea-Eye hatte die Migranten diese Woche vor Libyen gerettet und ist derzeit südlich der italienischen Insel Lampedusa. Salvini hat dem Schiff die Einfahrt bereits verboten. Die Organisation werde sich nicht über das Verbot hinwegsetzen und hoffe auf eine schnelle Lösung, sagte Sea-Eye-Sprecher Gorden Isler.

„Es ist nicht unsere Aufgabe, uns mit der italienischen Regierung anzulegen.“ Das Schiff unter deutscher Flagge werde vor italienischen Territorialgewässern stoppen. Die Lage an Bord sei stabil, so Isler.
Die „Gregoretti“ mit mehr als 100 Migranten war tagelang blockiert, bevor sich mehrere EU-Länder geeinigt hatten, die Menschen aufzunehmen – darunter auch Deutschland.

dpa

stol