Montag, 27. Januar 2020

Sardinen bejubeln Niederlage Salvinis

Die spontan entstandene Anti-Populisten-Bewegung der „Sardinen“ feiert die Wahlniederlage der Lega bei den Regionalwahlen in der norditalienischen Region Emilia Romagna am Sonntag.

Salvini war zuletzt durch die Region getourt.
Salvini war zuletzt durch die Region getourt. - Foto: © APA (Archiv/AFP) / ANDREAS SOLARO

„Wir haben Salvini gestoppt“, feierten Anhänger der Bewegung am Montag in Bologna. Nun schließen die „Sardinen“ selbst die Umwandlung in eine Partei nicht aus.

Die „Sardinen“ hatten sich am 14. November als Flashmob in Bologna gebildet, als Salvini dort seine erste Kundgebung in Hinblick auf die Regionalwahlen abhielt. Als „Antikörper gegen den Populismus“ bezeichneten sich die Demonstranten, die in Bologna mit Sardinen aus Karton oder Plakaten in der Hand Slogans gegen Rassismus und Antisemitismus skandierten.

Die „Sardinen“ planen jetzt einen 2-tägigen Kongress am 14. und 15. März in Scampia, dem wegen der Kriminalität berüchtigten Vorstadtviertel Neapels. Der Kongress findet zeitgleich mit jenem der in Rom regierenden Fünf Sterne-Bewegung in Turin statt, der vom 13. bis zum 15. März geplant ist. Dort soll über eine neue Führungsstruktur entschieden werden, nachdem Fünf Sterne-Chef Luigi Di Maio am Mittwoch zurückgetreten ist.

Der „große Verlierer“

Auch Italiens Premier Giuseppe Conte bezeichnete Salvini als den „großen Verlierer“ der Regionalwahlen. „Er hat aus der Wahl in der Emilia Romagna ein Referendum über sich selbst gemacht und er hat verloren“, sagte Conte. „Wer nur mit Slogans Politik betreibt, scheitert“, sagte der parteilose Conte.

Das Debakel der stärksten italienischen Regierungspartei, der Fünf Sterne-Bewegung, bei den Regionalwahlen betrachtet Conte als keine Gefährdung für sein Kabinett. Die Regierung sei stabil. Die Wahlergebnisse der Fünf Sterne-Bewegung seien nicht „brillant“, gab Conte zu. Die Partei erlebe eine Übergangsphase, die jedoch die Stabilität der Regierung nicht gefährde.


Die Regionalwahlen in Italien bremsen den Erfolgskurs der Lega. Die Oppositionspartei um Ex-Innenminister Matteo Salvini schaffte in der traditionellen linken Hochburg Emilia Romagna nicht den erhofften Durchbruch. Die 5-Sterne-Bewegung erlitt sogar ein regelrechtes Wahldebakel.

Die Wahlniederlage sporne Salvini aber an, noch härter zu arbeiten. Schließlich seien 2020 Regionalwahlen in 6 Regionen vorgesehen, darunter in Venetien, Ligurien, Toskana, Marken, Kampanien und Apulien, die die Lega zu gewinnen hoffe. Hinzu bereite sich seine Partei auf die Kommunalwahlen in Rom und Mailand 2021 vor.



apa

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