Freitag, 20. Dezember 2019

„Sardinen“ wollen keine Partei werden

Die „Sardinen“, die Anhänger einer im November spontan entstandenen Anti-Populisten-Bewegung, die in den letzten Wochen Zehntausende Italiener auf die Straße gebracht haben, wollen keine Partei werden.

Auch in  Bozen gingen „Sardinen“ auf die Straße.
Auch in Bozen gingen „Sardinen“ auf die Straße. - Foto: © DLife/RM

„Einer Revolte kann man keinen Rahmen geben. Es ist, als würde man dem Meer Grenzen setzen wollen“, schrieben die 4 Gründer der Protestbewegung am Freitag.

„Proteste sind häufig wie Sternschnuppen, Revolten sind selten wie Sonnenfinsternisse. Italien steht in der Mitte einer friedlichen Volksrevolte, die präzedenzlos ist“, schrieben die 4 Gründer der Bewegung in einem von der römischen Tageszeitung „La Repubblica“ am Freitag veröffentlichten Brief.

„Waren zu lange passiv“

„Die einzige Gewissheit, die wir haben, ist, dass wir zu lang passiv waren. Jetzt ist die Zeit gekommen, in der wir schwimmen müssen“, betonten die „Sardinen“-Gründer.
Die „Sardinen“ beanspruchen, zur Entstehung eines „sozialen Phänomens aus echten Menschen“ beigetragen zu haben. Für sie sei es jetzt wichtig, den Dialog zur Bekämpfung von Populismus und Intoleranz aufrecht zu erhalten.

Die „Sardinen“-Gründer, zu denen der aus Bologna stammende Sporttrainer Mattia Santori zählt, wollen jetzt ihre Kampagne für den Wahlsieg des Kandidaten Stefano Bonaccini in der Region Emilia Romagna bei den Regionalwahlen am 26. Jänner fortsetzen. Die Lega, die mit ihrer Kandidatin Lucia Borgonzoni ins Rennen geht, hofft in der Hochburg der Linken auf einen Sieg.

Sardine als Symbol gegen Intoleranz

Dies könnte laut Insidern den Weg zu vorgezogenen Parlamentswahlen in Italien im Frühjahr ebnen. Mit ihrer Kampagne wollen die „Sardinen“ einen Durchbruch der Lega in der Emilia Romagna verhindern.
Die „Sardinen“ hatten sich am 14. November als Flashmob in Bologna gebildet, als Lega-Chef Matteo Salvini dort eine Wahlkampfkundgebung abhielt. Ziel der jungen Organisatoren war es, mehr Menschen zusammenzubringen als Salvini, und den größten Platz der Stadt eng gedrängt wie Sardinen zu füllen.

Dies gelang und die Sardine wurde zum Symbol der Bewegung. Sie richtet sich nach den Worten ihrer Gründer gegen Intoleranz, Nationalismus und Rechtsextremismus. Am vergangenen Samstag beteiligten sich Zehntausende Menschen an einer „Sardinen“-Demonstration in Rom.

apa