Sie sehen in ihr eine schleichende Aushöhlung der Grundversorgungskrankenhäuser Innichen, Schlanders und Sterzing, wie der freiheitliche Landtagsabgeordnete Thomas Egger wenige Stunden später in einer Presseaussendung schreibt. „Unter dem Deckmäntelchen schöner Worte scheint die Sanitätsführung gewillt, die bisherigen Leistungen in den drei Grundversorgungskrankenhäusern Schritt für Schritt abzubauen. Dies gilt für die Bereiche Gynäkologie und Pädiatrie, welche künftig – wie befürchtet – in Innichen, Schlanders und Sterzing ‚neu organisiert‘ werden sollen.“ Auch die onkologische Versorgung werde betriebsweit neu geregelt. „Es werden ‚Schwerpunktbereiche für die Tumorchirurgie geschaffen‘ und es ist wohl nur eine Frage der Zeit bis in den peripheren Krankenhäusern nur noch Nachbehandlungen zu Tumoroperationen durchgeführt werden, aber nicht mehr die entsprechenden Operationen“, kritisiert Egger. Dies bedeute nicht nur eine Abwertung des peripheren Chirurgen selbst, sondern auch einen unbestreitbaren Verzicht auf die chirurgische Grundversorgung sowie die Ausbildungsfraktion in den kleinen Krankenhäusern. Kritik übt Egger auch an der Maßnahme, dass zukünftig die Geburtshilfeabteilung nur mehr bei mindestens 300 Geburten pro Jahr auch in Innichen, Sterzing und Schlanders erhalten bleiben soll. „Dies stellt für mich einen bedenklichen, sanitätspolitischen Präzedenzfall dar. Erstmals werden damit in Südtirol die Gemeinden und Bürgermeister vom Land massiv unter Druck gesetzt. Dies nach dem Motto: falls ihr nicht zahlt, schließen wir die Abteilung. Die politischen Versprechungen, wonach die bestehende Grundversorgung garantiert bleibe, scheinen den Sparzwängen zum Opfer zu fallen. Abschließend fordert Egger Landesrat Theiner in seinem Schreiben auf, die geplante Klinische Reform auch im Südtiroler Landtag zur Sprache und zur grundsätzlichen Abstimmung zu bringen. „Die alleinige Entscheidung der Landesregierung erscheint, angesichts der Tragweite der Reform, nicht angemessen.“