Dienstag, 30. Juli 2019

Schreddern: Auch vor Kern-Übergabe Festplatten vernichtet

Auch vor der Amtsübergabe von Ex-Kanzler Christian Kern (SPÖ) an seinen Nachfolger Sebastian Kurz (ÖVP) sind offenbar Festplatten vernichtet worden.

SPÖ-Chef Christian Kern unter Kritik.
SPÖ-Chef Christian Kern unter Kritik.

Wie die „Kronen-Zeitung“ am Dienstag berichtete, wurden laut einer Auftragsbestätigung vom 1. Dezember 2017 sieben getauschte bzw. ausgebaute Drucker-Datenträger zerstört. Kern betonte auf Facebook, dass es von ihm dazu keinen Auftrag gegeben habe.

„Das Prozedere zur Amtsübergabe wurde von den Beamten des Kanzleramts eingeleitet und durchgeführt“, erklärte Kern. Es habe sich dabei um einen „amtswegigen Vorgang“ gehandelt.

Er selbst habe bis Dienstagmorgen keine Kenntnis gehabt, „dass Festplatten des Kanzleramtes aus meiner Amtszeit zerstört worden seien“, so Kern: „Ich sehe auch im Nachhinein dafür keine Notwendigkeit.“ Die Amtsübergabe an Kurz erfolgte am 18. Dezember.

Festplatte direkt aus Kerns Vorzimmer

Laut dem „Krone“-Bericht stammten gemäß dem Akt „BKA-410.413“ drei der sieben Festplatten vom Ballhausplatz, eine davon direkt aus Christian Kerns Vorzimmer „109/2M“.

Weitere drei Festplatten kamen aus den Beständen des damaligen Wahlkampfleiters und Kanzleramtsministers Thomas Drozda, nunmehr SPÖ-Bundesgeschäftsführer, und eine aus dem früheren Staatssekretariat von Muna Duzdar (SPÖ). Die Rechnung belief sich laut dem Bericht auf knapp 2.100 Euro.

apa/stol

stol