Dienstag, 03. März 2020

Schub für Ex-Vizepräsident Biden vor Super Tuesday

Im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten bekommt Ex-Vizepräsident Joe Biden vor dem „Super Tuesday“ wichtige Unterstützung von bisherigen Konkurrenten. Bei einer Wahlkampfveranstaltung Bidens am Montagabend in Dallas (Texas) riefen Ex-Bürgermeister Pete Buttigieg und Senatorin Amy Klobuchar zur Wahl des 77-Jährigen auf.

Joe Biden startet mit der Unterstützung von Pete Buttigieg in den Super Tuesday.
Joe Biden startet mit der Unterstützung von Pete Buttigieg in den Super Tuesday. - Foto: © AP (AFP) / MARK RALSTON
Buttigieg hatte am Sonntagabend überraschend seinen Rückzug erklärt, am Montag folgte dann auch Klobuchar. Sie waren bei den beiden ersten Vorwahlen in Iowa und New Hampshire vor dem Ex-Vizepräsidenten gelegen, konnten aber die wichtige schwarze und hispanische Wählerschaft der Partei nicht ansprechen. Biden konnte sich hingegen bei der Vorwahl in South Carolina mit seiner mehrheitlich schwarzen Wählerschaft klar durchsetzen und positionierte sich damit als Anführer des moderaten Lagers in der Partei.

„Wir brauchen eine Politik, in der es um Anstand geht“, sagte Buttigieg. Dafür sei Biden der richtige Kandidat. Senatorin Amy Klobuchar sagte kurz darauf bei einer Wahlkampfveranstaltung mit Biden in Dallas: „Ich kann mir keinen besseren Weg vorstellen, meinen Wahlkampf zu beenden, als mich seinem anzuschließen.“ Auch der bereits vor Beginn der Vorwahlsaison aus dem Präsidentschaftsrennen ausgeschiedene Ex-Abgeordnete Beto O'Rourke stellte sich in Dallas hinter Biden.

Bernie Sanders führt bei Demokraten an

Biden dankte seinen früheren Kontrahenten. Nach den ersten 4 Vorwahlen liegt Senator Bernie Sanders (78) vorne, der sich als einen „demokratischen Sozialisten“ bezeichnet. Umfragen zufolge hat er gute Chancen, sich am „Super Tuesday“ durchzusetzen. Am Dienstag wird in mehr als einem Dutzend der 50 Bundesstaaten darüber abgestimmt, welcher Kandidat Trump herausfordern soll.

Bei den Demokraten geht es dabei um die Stimmen von mehr als einem Drittel aller Delegierten, die beim Nominierungsparteitag im Sommer letztlich den Präsidentschaftskandidaten bestimmen. Sanders hatte bisher von der Zersplitterung des moderaten Lagers profitiert. Nach den Regeln der demokratischen Vorwahlen erhalten nur Kandidaten mit mindestens 15 Prozent der Wählerstimmen in den einzelnen Staaten Parteitagsdelegierte. Dies führte dazu, dass bei den bisherigen Vorwahlen abwechselnd Biden, Buttigieg und Klobuchar leer ausgingen. Sanders sammelte hingegen in allen Staaten Delegierte.

Der große Unbekannte am „Super Tuesday“ in der frühere New Yorker Bürgermeister Mike Bloomberg, der die ersten 4 Vorwahlen ausgelassen hat. Der Milliardär überzog die Staaten des „Super Tuesday“ mit Fernsehwerbung und hofft darauf, im Kampf um die Parteitagsdelegierten vorne mitmischen zu können.

Neben Sanders, Biden und Bloomberg sind noch 2 Kandidatinnen im Rennen, die Senatorin Elizabeth Warren und die Kongressabgeordnete Tulsi Gabbard.

apa