Ein Mann und eine Frau, die die typischen Partisanenhalstücher trugen, wurden von einem Unbekannten auf einem Motorroller aus etwa zehn Metern Entfernung beschossen. Beide erlitten leichte Verletzungen und wurden medizinisch versorgt. Die Staatsanwaltschaft in Rom nahm Ermittlungen auf, die Fahndung nach dem Täter läuft auf Hochtouren. „Es war ein sehr starker Schock: Ich habe die auf mich gerichtete Pistole gesehen. Dieses Bild verfolgt mich, es war furchtbar. Ich dachte, ich sterbe“, schildert Rossana Gabrieli, eine der beiden Verletzten, die Ereignisse am Samstagnachmittag.<BR /><BR />„Wir standen still und schauten auf das Handy, um eine Eisdiele zu finden, als wir angeschossen wurden“, berichtet sie. Auf den Angriff sei sie aufmerksam geworden, weil ihr Begleiter aufgeschrien habe - er sei zuerst im Gesicht und an der Hand getroffen worden. „Es ging alles sehr schnell: Ich bemerkte , dass er verletzt war, drehte den Kopf und sah diese Person, die mit einer Pistole auf mich zielte“, erzählt Gabrieli. Dass es sich um eine Luftdruckwaffe handelte, habe sie in diesem Moment natürlich nicht gewusst. „Ich dachte, ich sterbe“, sagte sie.<BR /><BR />Der Täter sei nicht von seinem Motorroller abgestiegen: „Er hielt an, streckte den Arm aus und gab mindestens vier Schüsse ab, mit einem dumpfen Geräusch. Dann beschleunigte er plötzlich und fuhr davon.“ Aufgrund der schnellen Bewegungen habe sie den Eindruck gehabt, dass es sich um einen jungen Mann gehandelt habe. „Er trug einen dunklen Integralhelm, sein Gesicht war vollständig verdeckt“, ergänzt sie.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1306437_image" /></div> <BR /><BR />Für Gabrieli besteht kein Zweifel am Motiv: „Wir wurden als Ziel ausgewählt, weil wir Mitglieder der Partisanenvereinigung sind. Diese Person kannte mich nicht - ich war nur irgendeine Frau. Aber ich war ihr Ziel, weil ich das Halstuch der ANPI trug. Ich wurde getroffen, weil ich Antifaschistin bin“. Nach dem Angriff begaben sich die beiden Verletzten zur nahegelegenen Kundgebung im Parco Schuster, um sich versorgen zu lassen und andere zu warnen. „Der Park war voller Familien, Kinder und Demonstranten. Wir hatten Angst, dass die Person auch anderen etwas antut“, berichtet sie.<BR /><BR />Dank sprach Gabrieli den Einsatzkräften aus: Die Beamten der Staatspolizei hätten nicht nur professionell, sondern auch menschlich gehandelt. Abschließend äußerte sie die Hoffnung, dass der Täter gefasst werde. „Ich wünsche mir Gerechtigkeit, aber Gewalt oder Rache gehören nicht zu mir. Meine Werte sind Frieden und Kultur.“<BR /><BR />Die Ermittler schließen derzeit nicht aus, dass es sich um den Angriff eines Einzeltäters handelt. Gleichzeitig wird auch ein mögliches Umfeld aus der rechtsextremen Szene geprüft. Die Gegend ist stark videoüberwacht; die Aufnahmen werden ausgewertet, um die Bewegungen des Täters auf seinem Motorroller nachzuvollziehen.<BR /><BR />Die römische ANPI sprach von einem „schweren Gewaltakt“ und betonte, man werde sich nicht einschüchtern lassen. Dabei verwies die Organisation auf die Werte des Widerstands und der Republik, die aus der Befreiung hervorgegangen sind. Auch der nationale ANPI-Präsident Gianfranco Pagliarulo bezeichnete den Vorfall als “äußerst schwerwiegend„.