Anders als bei der Veranstaltung in Tramin, bei der es mehr um Informationen ging, gab die Schützenveranstaltung Volkes Stimme Raum. Und zumindest die rund 450 Bürger, die sich in Neumarkt eingefunden hatten, ließen keinen Zweifel daran, was sie von der Aufteilung des jetzigen Wahlkreises halten, nämlich: nichts. Und zwar egal, ob die Aufteilung nach Urzì-Vorstoß oder die komplette Verschiebung des Unterlandes (übrig blieben dann Bozen und Leifers) in den Wahlkreis West. <BR /><BR />Als Impulsgeber sprach Rechtsanwalt Marco Manfrini. Für ihn ist die Abänderung des bestehenden Wahlkreises unzulässig. Seine Argumente: Das Paket garantiere der italienischen Sprachgruppe keinen Senatssitz dauerhaft vor; die Paketmaßnahme 111 sei mit Staatsgesetz 1991 abschließend erfüllt worden und könne nicht nachträglich geändert werden; Italien habe ausdrücklich anerkannt, dass der derzeitige Wahlkreis dem Paket entspreche, eine dauerhafte Zurückstufung auf zwei Senatssitze für die deutsche Sprachgruppe widerspreche hingegen dem Paket. Für SVP-Landessekretär Harald Stauder „Thesen, die denen renommierter Experten widersprechen“.<BR /><BR />„Es wurde 22 Jahre um diesen Wahlkreis gestritten und um dessen Beibehaltung ist zu kämpfen“, unterstreicht Bezirksmajor Frank. Und so sah dies auch die geschlossene Versammlung – einschließlich der drei Unterlandler Bürgermeister auf dem Podium: Michael Epp (Truden), Karin Jost (Neumarkt) und Manfred Mayr (Kurtinig). Verärgerte Wortmeldungen aus dem Publikum gab es u.a. von Eva Klotz und Senator Luigi Spagnolli, den der Kammerabgeordnete Alessandro Urzì – wie er der Versammlung berichtete – am 3. Juli über seinen Vorstoß informiert hatte. <h3> Unmut gegenüber Stauder</h3> Stauder hatte hingegen einen schweren Stand: „Die Südtiroler Volkspartei hat sich von Anfang an und ganz dezidiert gegen die Aufteilung des Senatswahlkreises ausgesprochen“, betonte er – dafür erntete er allerdings lautstarke Protest- und Unmutsäußerungen. „Sie können die Wahrheit nicht wegbrüllen“, konterte er. Gerne hätte er auf gleich mehrere Fragen der Anwesenden in Richtung SVP-Spitze geantwortet.<BR /><BR /> Das, so kritisierte Stauder, sei allerdings in einer Redezeit von einer Minute, die für Wortmeldungen vorgesehen war, nicht möglich. Was ihn allerdings besonders störte, war die aus seiner Sicht unfaire Behandlung. Denn auch Ex-Senator Oskar Peterlini meldete sich zu Wort – er verwies u.a. auf die vielen Stimmen italienischer Wähler, die er damals bekommen hatte – „und durfte dreieinhalb Minuten reden. Danach schloss der Landeskommandant der Schützen Christoph Schmid die Veranstaltung“. <BR /><BR /> Für Bezirksmajor Frank steht nach der Versammlung jedenfalls fest: Die Teilnehmer akzeptieren auch Plan B nicht.