Mittwoch, 24. Mai 2017

Schützenbund: Landesregierung und CLIL haben versagt

„Die Landesregierung ist gescheitert“, meint der Südtiroler Schützenbund. Der Hintergrund: Die Ergebnisse der jüngsten EURAC-„Kolipsi“-Studie. Die besagt, dass die Zweitsprach-Kompetenz Südtirols Schüler abgenommen hat.

„Die Landesregierung ist gescheitert“, meint der Südtiroler Schützenbund. - Foto: D
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„Die Landesregierung ist gescheitert“, meint der Südtiroler Schützenbund. - Foto: D

Der Südtiroler Schützenbund ist besorgt. Wie eine am Dienstag vorgestellte EURAC-Studie aufzeigt, haben sich die Kenntnisse in der jeweiligen anderen Landesprache über die Jahre verschlechtert (STOL hat berichtet).

Eine Entwicklung, die die Schützen am Mittwoch mit Bedauern zur Kenntnis nehmen.

Schützen: Landesregierung mit ihren Maßnahmen gescheitert

Aber die Schützen bedauern nicht nur, sie greifen auch an: „Die ‘Kolipsi’-Studie zeigt auf, dass die Landesregierung mit ihren Maßnahmen zur Förderung des Fremdsprachenunterrichts gescheitert ist.“

Die Männer und Frauen aus der Schlernstraße, wo der Schützenbund seinen Sitz hat, schätzen eine klare Sprache.

Sie erteilen in ihrer Aussendung dem „von der Landesregierung als Allheilmittel“ gepriesenen CLIL-Projekt eine Absage. Dieses Projekt sieht vor, dass manche Schulfächer nicht nur in der Mutter-, sondern auch in der Zweitsprache unterrichtet werden.

Dies sei, so die Schützen, völlig nutzlos. Spätestens die EURAC-Forscher hätten das bewiesen.

Außerschulisches Angebot soll gefördert werden

„Vermischungsprojekte, die unsere deutsche Schule in eine gemischte Schule verwandeln sollen, fruchten nicht“, so die Schützen-Synthese. Der Schützenbund fordert deshalb: „Hände weg von der deutschen Schule und Schluss mit den Plänen für gemischte Schulen.“

Die „Fremdsprache“ erlerne man am besten im außerschulischen Umgang. Es gälte, das außerschulische Angebot und die Begegnung zwischen der deutsch- und italienischsprachigen Schule zu fördern.

Schützen sehen Schützen als bestes Beispiel

Die Schützen fordern freilich nicht nur, sie liefern auch ein best pratice-Beispiel: Die Zusammenarbeit und die Kameradschaft zwischen Welschtiroler und Südtiroler Schützen funktioniere stets einwandfrei. Sprachliche Barrieren würden im gegenseitigen Respekt überwunden.

Sich von dieser sprach- und länderübergreifenden Kameradschaft zu überzeugen, lade der Schützenbund die Landesregierung ein.

Es könnte ein Beitrag sein, „die Sprachendiskussion endlich auf eine nicht ideologische Ebene zu verlagern.“

stol/aw

stol