Dienstag, 05. Januar 2021

Schule in Corona-Zeiten: Mehr Busse, mehr Fahrten, mehr Sicherheit

Am 7. Jänner starten die Schulen wieder größtenteils in den Präsenzunterricht. Um die Sicherheit in Coronavirus-Zeiten zu gewährleisten, setzt das Land Südtirol vor allem auf ein erhöhtes Mobilitätsangebot , hieß es bei einer Pressekonferenz am Dienstag.

Daniel Alfreider erklärte den Mobilitätsplan.
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Daniel Alfreider erklärte den Mobilitätsplan. - Foto: © screenshot
„Heute ist für die gesamte Schulwelt ein wichtiger Tag. Wir können verkünden, dass wir ab 7. Jänner wieder größtenteils Präsenzunterricht haben werden“, erklärte Landesrat Daniel Alfreider. Demnach sollen Grund- und Mittelschulen vollständig in den Präsenzunterricht zurückkehren. Auch die Oberschulen nehmen nach rund 2 Monaten den Präsenzunterricht wieder auf – und zwar bis zu 75 Prozent.

Um die Sicherheit zu gewährleisten, setze man auf ein erhöhtes Mobilitätsangebot. Alfreider stellte den Mobilitätsplan vor. „Mehr Busse, mehr Fahrten, mehr Sicherheit“, laute dabei das Motto. Es werden insgesamt 180 Busse für rund 380 Zusatzfahrten am Tag bereitgestellt.

„Es ist unser gemeinsames Ziel, den Präsenzunterricht in allen Schulstufen, immer mit dem nötigen Gesundheitsschutz, zu ermöglichen. Zusammen mit der Abteilung Mobilität und den Konzessionären sind zehn Techniker seit mehreren Wochen und in genauer Abstimmung mit den Schulen dabei, die Busdienste auf die Bedürfnisse der Schulen bis ins Detail anzupassen,“ betonte Alfreider.

Zusammenarbeit auf allen Ebenen

Ein entscheidender Faktor sei laut Alfreider auch die Zusammenarbeit mit den Schülern. „Eine möglichst gleichmäßige Verteilung der Fahrgäste auf die verschiedenen Busse derselben Linie ist enorm wichtig, weshalb auf die Mitarbeit der Schüler besonders gezählt wird. Immer denselben Bus zu nehmen, trägt ebenfalls wesentlich dazu bei, die verfügbaren Kapazitäten bestens auszuschöpfen“, erklärt Alfreider. Deswegen werden auch die Schülerbusse eigens mit einem „S“ oder mit der Aufschrift „Schülertransport“ gekennzeichnet und nummeriert.

Die Landesräte Philipp Achammer und Giuliano Vettorato betonten die gute Zusammenarbeit mit dem Ressort für Mobilität. Mehr Verbindungen mit Bus und Bahn seien gemeinsam mit der Einhaltung der Vorgaben und Anti-Corona-Regeln an den Schulen selbst wichtige Voraussetzung für den Präsenzunterricht.

Für Präsenzunterricht vorbereitet

Achammer wies auch auf die generelle Wichtigkeit des Präsenzunterrichts hin. Unterricht in dieser Form biete bessere Voraussetzungen für die Schüler. Vor allem aber auch aufgrund der sozialen Kontakte sei der Präsenzunterricht für Heranwachsende wichtig.

Auf Staatsebene finde der Präsenzunterricht an Oberschulen erst ab 11. Jänner statt. Dabei werde derzeit über 50 Prozent Präsenzunterricht diskutiert. „Wir haben entschlossen, wir bleiben bei den bis zu 75 Prozent Präsenzunterricht ab dem 7. Jänner“, erklärte Achammer den Südtiroler Weg. Es sei eine mutige Entscheidung, aber „nicht fahrlässig mutig“, wie der Landesrat betonte. Man sei vorbereitet, erklärte Achammer, und wies unter anderem auf den Mobilitätsplan hin. Zudem gebe es gestaffelte Eintritte und eine Pflicht des Mund-Nasen-Schutzes in sämtlichen Schulen.

Außerdem werden durch den Südtiroler Sanitätsbetrieb Screenings gemacht, um eventuelle Gefahren sofort zu erkennen. Zudem wies Achammer auf ein weiteres Projekt hin, das den Einsatz von Spürhunden vorsieht.

Während es bei ladinischen und deutschen Oberschulen 75 Prozent Präsenzunterricht geben wird, starten die italienischen Oberschulen in Südtirol mit einem Präsenzunterricht zwischen 50 und 70 Prozent – und zwar ab 7. Jänner mit provisorischem und ab 11. Jänner mit fixem Stundenplan.


Strenge Sicherheitsregeln bei Transport – Kontrolleure können strafen

Beim Schülertransport gelten strenge Sicherheitsregeln zum Schutz vor dem Coronavirus, sei es beim Ein- und Aussteigen als auch während der Fahrt: Der Mund-Nasen-Schutz muss immer getragen werden. „Es gilt Abstand zu halten und keine lauten Gespräche im Bus zu führen, da dies eine zusätzliche Infektionsgefahr darstellt. Ab Jänner sind verschärfte Kontrollmaßnahmen vorgesehen“, sagt Martin Vallazza, Direktor der Abteilung Mobilität.

Die Kontrolleure können dabei Strafen für die Missachtung der Regeln ausstellen. Es gibt auch eine Zusammenarbeit mit einem Ordnungsdienst und Freiwilligen, die an den Bahnhöfen und den wichtigsten Bushaltestellen des Landes für die Sicherheit der Fahrgäste sorgen.

Anpassungen auch nach Schulstart möglich

Abteilungsdirektor Vallazza betont, dass „auch wenn mit dem Start des Präsenzunterrichtes am 7. Jänner viele Verbindungen bereits gut funktionieren, kann es trotz bester Vorbereitung zu nicht vorhersehbaren Problemen kommen“. Wo immer möglich, werden die zuständigen Stellen rasch reagieren und Lösungen anbieten, so Vallazza.

am/lpa

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