Donnerstag, 24. August 2017

Schuler: „Südtirol ist zu dicht besiedelt für Wölfe und Bären“

In den vergangenen Wochen haben Wölfe immer wieder Schafe und Ziegen gerissen – auf der Seiser Alm, in Ulten, bei Taufers im Münstertal. Am Donnerstag diskutierten Arnold Schuler und betroffene Bauern und Almbewirtschafter über die aktuelle Situation und mögliche Lösungen.

Aussprache mit dem Landesrat: Bauern und Almbewirtschafter schildern ihre Lage.
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Aussprache mit dem Landesrat: Bauern und Almbewirtschafter schildern ihre Lage. - Foto: © LPA

„Der Wolf macht ein Bewirtschaften der Almen unmöglich“, erklärten die Bauern. „Mittlerweile habe ich nicht mehr nur Angst um mein Vieh, sondern auch um meine Familie. Der Wolf nähert sich nachts bis auf einige Meter“, schilderte einer der Betroffenen seine Situation im Gespräch mit Landesrat Arnold Schuler.

Landesrat: Arbeiten an Lösung

„Ich bin mir der schwierigen Lage durchaus bewusst“, versicherte Schuler den Bauern: Bei allem Verständnis für die Emotionen, müssten die rechtlichen Rahmenbedingungen allerdings respektiert werden, betonte der Landesrat und erläuterte das bisherige Vorgehen.

Es werde auf drei Ebenen an einer Lösung des Problems, sprich an einer geordneten Entnahme der Wölfe, gearbeitet: „Auf europäischer Ebene treten wir für eine Lockerung der Schutzklausel für Wölfe ein, da der Wolf gar nicht mehr zu den bedrohten Tierarten gehört, und auf gesamtstaatlicher Ebene sind wir bestrebt, den sogenannten Wolfsplan abzuschließen“, erklärte Schuler.

Außerdem sei eine Durchführungsbestimmung in Ausarbeitung, die es dem Land Südtirol erlauben soll, Wölfe und Bären in Notsituationen zu entnehmen. Da für große Beutegreifer, wie Wolf und Bär, aber das Umweltministerium zuständig ist, sei der Spielraum für Südtirol eng, sagte Schuler.

Schuler: Es darf auch mal lauter werden

„Diskussionen wie diese mit den Betroffenen sind äußerst wichtig, da darf es auch einmal lauter werden“, sagte Schuler am Ende des Gesprächs, „in einer Sache sind wir uns aber einig: Südtirol ist zu dicht besiedelt für Wölfe und Bären.“

lpa/stol

stol