Donnerstag, 01. Dezember 2016

Schulschwänzer: Land unterstützt Schulen und Eltern

Das Deutsche Bildungsressort hat eine Handreichung zum Umgang mit Schulabsentismus - so der offizielle Terminus - herausgegeben. Landesrat Philipp Achammer hat am Donnerstag die Publikation vorgestellt.

Landesrat Philipp Achammer (2. v.l.), Schulamtsleiter Peter Höllrigl (1. v.l.) und die Schulberaterinnen Roswitha Raifer (3. v.l.) und Julia von Spinn (4. v.l.) haben die Handreichung bei einer Pressekonferenz vorgestellt.
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Landesrat Philipp Achammer (2. v.l.), Schulamtsleiter Peter Höllrigl (1. v.l.) und die Schulberaterinnen Roswitha Raifer (3. v.l.) und Julia von Spinn (4. v.l.) haben die Handreichung bei einer Pressekonferenz vorgestellt.

Um dem Risiko des Schulabbruchs professionell und strukturell zu begegnen, hat das Deutsche Bildungsressort ein Rahmenkonzept entwickelt. Als Teil dieses Konzepts haben die Mitarbeiter im Bereich Innovation und Beratung nun eine Handreichung zum Umgang mit Schulabsentismus erstellt, schreibt das Landespresseamt am Donnerstag in einer Aussendung.

Handreichung soll sensibilisieren

Die Handreichung hat das Ziel, Schulführungskräfte, Lehrpersonen, Eltern und im weiteren Sinne alle am Schulsystem beteiligten Akteure für das Thema Schulabsentismus zu sensibilisieren, Anregungen für pädagogische Umgangsformen in den Bereichen Prävention und Interventionen zu geben sowie ein Bewusstsein und tieferes Verständnis dieses komplexen Phänomens zu schaffen. Sie dient als Unterstützung bei der Entscheidung, ab wann eine Schule reagieren sollte, wo die Verantwortung der Eltern liegt und was das gesamte System machen kann, um zu verhindern, dass sich das Fernbleiben von der Schule chronifiziert.

Achammer: "Wollen jungen Menschen eine Perspektive geben"

"Jeder Jugendliche, der die Schule ohne Qualifikation verlässt, ist einer/eine zu viel", sagte Bildungslandesrat Philipp Achammer bei der Vorstellung, "unsere Aufgabe ist es, jungen Menschen eine Perspektive zu geben. Und Qualifikation schafft Perspektive.“ Daher sei es notwendig, frühzeitig hinzuschauen: „Schulen müssen aufmerksam sein und die ersten Anzeichen für einen möglichen Schulabbruch frühzeitig erkennen, um darauf gezielt reagieren zu können", stellte der Landesrat fest, dabei komme es jedoch nicht auf die Schulen alleine an, sondern es brauche ein Netzwerk.

Höllrigl: "Gründe für Absentismus können vielfältig sein"

Schulamtsleiter und Ressortdirektor Peter Höllrigl wies unter anderem auf die wichtige Rolle der Schulsozialpädagogen hin und formulierte drei Zielsetzungen der Handreichung. "Zum einen soll die Publikation dazu dienen, dass Schulen negative Entwicklungen frühzeitig und bewusst wahrnehmen", erklärte der Schulamtsleiter.

Weiters soll sie dazu beitragen, dass sich alle Beteiligten einer gemeinsameren Sprache bedienen, indem Begriffe einheitlich formuliert und festgelegt werden, denn - so gab der Schulamtsleiter zu bedenken - das Thema könne nur multiprofessionell angegangen werden, da auch die Gründe für den Schulabsentismus vielfältig seien. "Und schließlich enthält die Handreichung Informationen darüber, wer mit welchen Kompetenzen an welchem Thema arbeitet", berichtete Höllrigl. Dies sei nicht zuletzt deshalb wichtig, weil die Schulen auf diese Weise befähigt werden, im Netzwerk mit den Partnern tätig zu werden.

Prävention und Intervention

Die nun vorliegende Handreichung stellt ein Instrument zum Umgang mit Schulabsentismus in der Praxis dar.

Die Schulberaterin Julia von Spinn wies darauf hin, dass es sich vor allem um ein digitales Dokument handelt, das auf der Homepage des Bereichs Innovation und Beratung allen zur Verfügung steht. Dadurch könne es laufend aktualisiert werden und sei jederzeit zugänglich.

Der Schwerpunkt des Dokuments liege zwar auf der Intervention, von großer Bedeutung sei aber auch die Prävention, stellte die Schulberaterin Roswitha Raifer fest, dabei spiele immer auch die Kooperation mit dem Elternhaus eine zentrale Rolle.

Publikation digital abrufen

Die Beraterinnen und Berater der Pädagogischen Beratungszentren werden die Handreichung, die auch in gedruckter Form vorliegt, den Schulführungskräften und den Netzwerkpartnern im jeweiligen Bezirk vorstellen und somit die Möglichkeit zum gemeinsamen Austausch bieten.

Die Publikation ist in digitaler Form bereits auf der Homepage des Bereichs Innovation und Beratung (www.bildung.suedtirol.it -> Publikationen -> Handreichungen) zugänglich.

lpa

stol