Der Medienzar sei eine Gefahr für die Stabilität Italiens und der EU, betonte Schulz im Gespräch mit der Nachrichtenagentur ANSA. „Viele Probleme Italiens sind das Resultat der zehn Jahre, in denen Berlusconi als Premier amtiert hat“, erklärte Schulz.Berlusconis Comeback hänge stark mit der Verteidigung seiner „persönlichen Interessen“ zusammen, warnte Schulz. Die Interessen Italiens seien jenen des Medienzaren untergeordnet. „Die Italiener wissen genau, wer die Ursache der Probleme Italiens ist und wer zu deren Lösung beigetragen hat“, so Schulz.Seine Worte lösten kritische Reaktionen in Berlusconis Lager aus. Als „unangebracht“ bezeichnete der Vizepräsident der EU-Kommission und Berlusconi-Vertrauter Antonio Tajani die Aussagen Schulz'. „In meiner amtlichen Funktion habe ich mich nie in die internen Angelegenheiten der EU-Mitglieder eingemischt“, so Tajani.In einer Mitteilung forderten einige Senatoren von Berlusconis Partei PdL Schulz' Rücktritt. „Es ist unerhört, dass der EU-Parlamentspräsident sich in die demokratische Debatte eines freien Landes wie Italien einmischt und Berlusconi attackiert“, hieß es in der Presseaussendung, in der Schulz „unannehmbare Arroganz“ vorgeworfen wurde.