Donnerstag, 11. April 2019

Schwangere darf nach epileptischem Anfall NGO-Schiff verlassen

Nach einem epileptischen Anfall ist eine schwangere Migrantin von Bord des deutschen Rettungsschiffes „Alan Kurdi“, das unweit von Malta unterwegs ist, evakuiert werden. Die maltesischen Behörden lieferten in der Nacht auf Donnerstag die 23-Jährige auf Malta in ein Krankenhaus ein, teilte die NGO Sea-Eye in einer Presseaussendung mit. Der Ehemann der Nigerianerin musste an Bord bleiben.

Seit 8 Tagen wartet die Crew der „Alan Kurdi“ auf eine politische Lösung für die im Mittelmeer geretteten Flüchtlinge.
Seit 8 Tagen wartet die Crew der „Alan Kurdi“ auf eine politische Lösung für die im Mittelmeer geretteten Flüchtlinge. - Foto: © APA/ANSA

Seit 8 Tagen wartet die Crew der „Alan Kurdi“ auf eine politische Lösung für die im Mittelmeer geretteten Flüchtlinge. An Bord befinden sich nun noch 62 Geflüchtete und 17 Crewmitglieder. Vor 2 Tagen war eine weitere Frau evakuiert worden. „Wir können nur hoffen, dass es der jungen Frau schnell wieder besser geht. Hier an Bord konnten wir ihr nicht mehr helfen“, sagte demnach Werner Czerwinski, Kapitän der „Alan Kurdi“.

„Die Menschen kommen zu mir und fragen mich, wie lange sie noch an Bord bleiben müssen und warum es so lange dauert. Sie haben wirklich Angst vor der nächsten Schlechtwetterphase. Viele von ihnen waren seekrank und erholen sich nur langsam davon. Das ist doch kein Zustand für Menschen, die so etwas hinter sich haben und es ist auch kein Zustand für meine Crew“, so Czerwinski.

Die deutsche NGO Sea-Eye forderte dringend „eine schnelle, politische, aber vor allem humanitäre Lösung“ für die Migranten an Bord des Schiffes. „Wir haben noch immer keine belastbaren Ergebnisse aus der EU-Kommission. Das belastet nicht nur die Crew und die Geretteten. Wir müssen jetzt hier zu einem Ende finden. Es kann nicht sein, dass hier ein Mensch nach dem anderen zusammenbrechen muss, um endlich von Bord zu dürfen“, sagt Gorden Isler, Vorsitzender von Sea-Eye.

Italien hatte dem Schiff die Landung verwehrt. Auch Malta wollte die „Alan Kurdi“ bisher nicht anlegen lassen.

apa

stol