Montag, 14. Dezember 2020

Schwarze Schafe, jetzt Aktion scharf

Feten und Shoppen, als gäbe es kein Corona – solche Bilder aus Südtirol machten dieses Wochenende die Runde. Will man nicht riskieren, vor Weihnachten erneut Läden und Gastronomie dicht machen zu müssen, wird nun laut über eine Verschärfung der Regeln für den Handel nachgedacht. Am Berg könnte es eine Aktion scharf geben, berichten die „Dolomiten“.

Weihnachtseinkäufe locken viele Leute in die Zentren: In Südtirol sind nun strengere Regeln für den Handel im Gespräch.
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Weihnachtseinkäufe locken viele Leute in die Zentren: In Südtirol sind nun strengere Regeln für den Handel im Gespräch. - Foto: © shutterstock
„Wir müssen wohl das eine oder andere Exempel statuieren, denn ab einer gewissen Höhe scheinen sich die Leute an keine Regeln mehr zu halten“, bringt es Tourismuslandesrat Arnold Schuler auf den Punkt. „Da passiert einiges, was wir so nicht tolerieren können.“

Während nämlich die Lifte geschlossen bleiben müssen, gehe an so mancher Gastwirtschaft an der Talstation und am Berg so richtig die Post ab. Dabei gelten in Hütten und Gastlokalen am Berg dieselben Regeln wie für die Gastronomie im Tal. Zumal sich offensichtlich aber nicht alle daran halten, werde man die Kontrollen verstärken müssen, kündigt Schuler an. Eine Verschärfung der geltenden Regeln brauche es „hoffentlich nicht“.

hds-Präsident für strengere Regeln im Handel

Ganz anders im Bereich Handel. Dort sind sogar die Betroffenen selbst für eine weitere Verschärfung der Corona-Maßnahmen. „Ich bin für alles, was getan werden muss, damit die Geschäfte nicht noch vor Weihnachten geschlossen werden müssen“, sagt hds-Präsident Philipp Moser. Denn auch von Einkaufsstraßen und -zentren gab es am Wochenende Bilder von Menschenmassen. „Wir müssen alle Maßnahmen treffen, um die Geschäfte vor Weihnachten offen zu halten und sicher bis zum 7. Jänner zu kommen, an dem es ja weitere Lockerungen geben soll“, unterstreicht Moser.

Mit einer möglichen Verschärfung der Regeln befasst sich die Landesregierung am heutigen Montag. Darauf habe er sich mit Landeshauptmann Arno Kompatscher verständigt, sagt Wirtschaftslandesrat Philipp Achammer. Es könne und dürfe nicht sein, dass durch das Fehlverhalten Einzelner alle Gefahr liefen, wieder zusperren zu müssen, so Achammer. Wie Moser kann auch er sich eine Verschärfung der geltenden 1:10-Regel in den Geschäften vorstellen. Sollte man sich nicht zu Verschärfungen durchringen können, ist eines gewiss: Ab jetzt wird rigoros kontrolliert und gestraft.

em