Diese bot sich an, weil sie 4 Sprachgruppen vereint, über eine gediegene Gastronomie und Hotellerie verfügt und vor allem neutral, friedlich und urdemokratisch ist. von Bernd Posselt<BR /><BR />Hier saß in der Zwischenkriegszeit der Völkerbund, aber auch nach 1945 wurden alle möglichen Institutionen hier angesiedelt, unter denen der Genfer Zweitsitz der UNO herausragte. Das Internationale Rote Kreuz erwies sich als besonders imagefördernd für das der Humanität und guten diplomatischen Diensten verpflichtete Alpenland. <BR /><BR />In den 40er Jahren gingen sogar die ersten Bestrebungen zur europäischen Einigung von der Eidgenossenschaft aus. Graf Richard Coudenhove-Kalergi versammelte 1947 in Gstaad im Berner Oberland Parlamentarier aus den freien und nicht kommunistisch unterdrückten Teilen des Kontinents zur Europäischen Parlamentarier-Union, die die „Neue Zürcher Zeitung“ damals das „erste Europaparlament der Geschichte“ nannte.<BR /><BR />Ein Jahr später, bei der Folgekonferenz in Interlaken, wurde sogar ein Plan für eine Europäische Verfassung ausgearbeitet. Bereits 1946 hatten die mit der 1922 gegründeten Paneuropa-Bewegung Coudenhoves konkurrierenden Föderalisten ganz in der Nähe ihr „Hertensteiner Programm“ für eine europäische und schließlich globale Föderation verabschiedet.<BR /><BR />Wenn auch die Schweiz durch ihre Nicht-Teilnahme am engeren europäischen Integrationsprozess zunehmend außerhalb dieser Bestrebungen stand, blieb sie doch bis in die jüngste Zeit ein Ort internationaler Friedensverhandlungen. <BR /><BR />Trump hat sich als notorischer Europa-Hasser lieber zu seinen Geschäftsfreunden in Saudi-Arabien hin orientiert. Die wie er neureiche Dynastie dort ist, anders als die im Volk tief verwurzelten und meist traditionsreichen Nachbarmonarchien, absolutistisch. Die Schweiz verkörpert offenbar nicht das Ideal, dem Donald Trump anhängt.