Mindestens 16 Polizeibeamte seien verletzt und 13 Menschen festgenommen worden, teilte die albanische Polizei am Dienstag mit.<BR /><BR />Die Unruhen sind die jüngsten in einer Reihe gewaltsamer Proteste, die die seit 2013 andauernde Herrschaft von Ministerpräsident Edi Rama zunehmend gefährden. Die Demonstration war die jüngste in einer Reihe von Protestkundgebungen, zu denen der Oppositionsführer Sali Berisha aufgerufen hatte. Der ehemalige Ministerpräsident und Vorsitzende der rechtsgerichteten Demokratischen Partei erklärte, ein Abgeordneter seiner Partei sei mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden.<BR /><BR />Die politischen Spannungen hatten sich im Dezember verschärft, nachdem eine Sonderstaatsanwaltschaft Anklage gegen Balluku erhoben hatte. Ihr wird zur Last gelegt, sich in öffentliche Ausschreibungen für große Infrastrukturprojekte eingemischt und bestimmte Unternehmen bevorzugt zu haben. Balluku weist die Anschuldigungen zurück. Rama bezeichnete ihre Suspendierung als „brutalen Eingriff in die Unabhängigkeit der Exekutive“.<BR /><BR />Die für Korruption und organisiertes Verbrechen zuständige Staatsanwaltschaft hat das Parlament aufgefordert, in dieser Woche die Immunität der Politikerin aufzuheben, um eine Festnahme zu ermöglichen. Ob und wann das Parlament darüber abstimmt, ist jedoch offen. Ramas Partei hat dort die Mehrheit.<BR /><BR />Berisha selbst wird ebenfalls beschuldigt, öffentliche Aufträge an seine Vertrauten vergeben zu haben. Er streitet dies jedoch vehement ab. Er hat für den 20. Februar zu weiteren Protesten aufgerufen.<BR /><BR />Korruption und organisierte Kriminalität sind eine zentrale Hürde für den von Albanien angestrebten EU-Beitritt. Der Bürgermeister von Tirana, Erion Veliaj, war im Februar des vergangenen Jahres wegen des Verdachts der Korruption und Geldwäsche festgenommen worden. Zwei ehemaligen Ministern Ramas wird Unterschlagung und Machtmissbrauch zur Last gelegt. Der ehemalige Präsident Ilir Meta war im Oktober 2024 festgenommen worden - auch ihm werden Korruption und Geldwäsche vorgeworfen.