Mittwoch, 05. Juni 2019

Sea Watch beklagt neues Flüchtlingsunglück im Mittelmeer

Die deutsche NGO Sea Watch hat vor neuen Flüchtlingsdramen im Mittelmeer gewarnt. Das Aufklärungsflugzeug der Hilfsorganisation „Moonbird” sichtete am Mittwoch ein in Seenot geratenes Schlauchboot unweit der Küste der libyschen Stadt Garabulli. Viele Menschen seien im Wasser, es bestünde hohe Wahrscheinlichkeit von Vermissten und Ertrunkenen, so die NGO.

Foto: Facebookaccount Sea-Watch/Screenshot
Foto: Facebookaccount Sea-Watch/Screenshot

Zwei Handelsschiffe und die libysche Küstenwache seien vor Ort. „Nach wie vor geraten täglich Menschen in Seenot, Rettungskräfte werden dringend gebraucht”, twitterte die deutsche Organisation.

Maltas Marine rettete bei mehreren Rettungseinsätzen auf dem Mittelmeer insgesamt 271 Flüchtlinge. Bei einem Einsatz in der Nacht auf Mittwoch seien südlich von Malta 63 Menschen auf einem Schlauchboot entdeckt worden, das zu sinken drohte, teilte die Marine am Mittwoch in Valletta mit. Bei zwei weiteren Rettungsaktionen am Mittwoch seien 61 und 147 Flüchtlinge in Sicherheit gebracht worden.

Innenminister Matteo Salvini bekräftigte indes, dass die italienischen Häfen den Schiffen von privaten Rettungsorganisationen geschlossen bleiben. „Sehr wahrscheinlich wird bei mir eine zusätzliche Ankündigung eintreffen, dass man gegen mich einen Prozess führen will, weil ich ein Migrantenschiff gestoppt habe. Ich werde weiterhin die Schiffe stoppen”, sagte Salvini bei einer Wahlkampfansprache in der mittelitalienischen Stadt Foligno, in der am Sonntag Bürgermeister-Stichwahlen geplant sind.

apa

stol