Montag, 28. Januar 2019

Sea-Watch: Einige Flüchtlinge wurden in Libyen gefoltert

Unter den vom Rettungsschiff „Sea Watch 3“ an Bord genommenen Migranten befinden sich auch Folteropfer. Dies berichteten Ärzte, die am Sonntag mit drei Abgeordneten italienischer Oppositionsparteien einen Lokalaugenschein auf dem Schiff unternommen haben. Die Lage der 47 Migranten sei schwierig, sagte der Psychiater Gaetano Sgarlata.

Einige Flüchtlinge auf der Sea Watch waren in Libyen gefoltert worden. - Foto: Ansa
Einige Flüchtlinge auf der Sea Watch waren in Libyen gefoltert worden. - Foto: Ansa

„Ich habe Gespräche mit 10 Personen geführt, darunter 3 Minderjährige. Sie wurden in Libyen gefoltert, eine Person hat ein Auge verloren, andere haben Wunden und deformierte Hände wegen Schlägen, die sie erlitten haben“, sagte Sgarlata im Gespräch mit Journalisten. Die Migranten hätten große Angst, wieder nach Libyen zurückgebracht zu werden.

Die deutsche NGO „Sea Watch“ beschuldigte die italienische Regierung, „eine barbarische Propaganda“ auf Kosten der Migranten zu betreiben. „Die Rettung von Menschen im Meer ist kein Verbrechen. Ein Verbrechen ist, Menschen aus politischem Kalkül als Geiseln an Bord eines Schiffes zu halten.“

Am Ruder jenes Schlauchboots, das die Abgeordneten zum Schiff führte, saß die ehemalige konservative Frauenministerin Stefania Prestigiacomo.

Für ihre Initiative zog sie sich viel Kritik aus den Reihen ihrer Partei Forza Italia zu, die sich gegen illegale Einwanderung einsetzt. Ex-Premier Silvio Berlusconi sei über Prestigiacomos Initiative nicht informiert gewesen, erklärte EU-Parlamentspräsident und Forza-Italia-Mitbegründer Antonio Tajani. Berlusconi hatte sich am Samstag für die Landung der 47 Migranten ausgesprochen.

apa

stol