Samstag, 29. Juni 2019

Sea-Watch – Vatikan: „Menschenleben um jeden Preis retten“

Auch der Vatikan beobachtet die Entwicklungen rund um die am Samstag auf Lampedusa festgenommene Kapitänin des Rettungsschiffes „Sea-Watch 3“, Carola Rackete.

Die Kapitänin des Rettungsschiffes „Sea-Watch 3“ wurde festgenommen.
Die Kapitänin des Rettungsschiffes „Sea-Watch 3“ wurde festgenommen. - Foto: © APA/AFP

„Menschenleben muss um jeden Preis gerettet werden. Das ist der Polarstern, der uns führt, der Rest ist Nebensache“, erklärte der vatikanische Staatssekretär, Kardinal Pietro Parolin, nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA.

5 Parlamentarier möchten zugunsten der Kapitänin aussagen

5 oppositionelle Parlamentarier, die sich an Bord der „Sea-Watch 3“ befanden, als Rackete trotz Verbots der italienischen Behörden den Hafen Lampedusa ansteuerte, erklärten sich bereit, vor Gericht für die Kapitänin auszusagen, der 15 Jahren Haft drohen.

„Wir waren an Bord des Schiffes in den letzten 2 Tagen vor der Landung und sind zur Aussage vor Gericht bereit“, so der Parlamentarier der Partei „+Europa“, Riccardo Magi. Eine Solidaritätskundgebung mit der unter Hausarrest stehenden Kapitänin ist am Samstagabend in Rom geplant.

Salvini kritisiert die Äußerungen seines französischen Amtskollegen

Der italienische Innenminister Matteo Salvini attackierte indes seinen französischen Amtskollegen Christophe Castaner, der Kritik an Italien wegen seiner Einwanderungspolitik der „geschlossenen Häfen“ geübt hatte.

„Der Schutz der nationalen Grenzen ist eine Pflicht. Italien darf niemand Lehren erteilen, vor allem nicht Frankreich, das die Grenzen scharf kontrolliert, um die Einwanderung von Migranten zu verhindern“, so Salvini.

Castaner spricht von einer Verletzung des Seerechts

Privaten Rettungsschiffen den Zugang zu den italienischen Häfen zu verbieten, sei eine Verletzung des internationalen Seerechts, sagte Castaner. Er kritisierte, dass die italienische Regierung in Sachen Einwanderung Beschlüsse fasse, die nicht mit den EU-Partnern abgesprochen worden seien.

Danach beklage sich Italien über fehlende Solidarität der EU-Mitgliedsstaaten und der Europäischen Union, was nicht stimme. Frankreich habe zuletzt im Rahmen des Umverteilungsmechanismus 400 in Italien gelandete Migranten aufgenommen, sagte Castaner.

apa

stol