Er ging auf die vielen Gemeinsamkeiten zwischen der SVP und der CSU ein und gab der „Schwesterpartei“ einige Ratschläge mit für den Gemeindewahlkampf. „Gesellschaftliche Umbrüche sind für die aktuellen Entwicklungen verantwortlich“ „Südtirol und Bayern haben viele Gemeinsamkeiten: die Geschichte, die Kultur und die Mentalität. Das wichtigste aber ist das Alleinstellungsmerkmal, das heißt, dass Südtirol sofort mit der SVP gleichgestellt wird wie die CSU mit Bayern. Dies muss auch in Zukunft jedem sofort einfallen“, appellierte Seehofer an die Delegierten. Die CSU und die SVP seien derzeit beide einer Entwicklung ausgesetzt, deren Ursachen nicht an den Parteien selbst liegen würden, sondern an den gesellschaftlichen Umbrüchen. „Wir sind das Sammelbecken“ Seehofer aber ist überzeugt, dass die Volksparteien die eigentliche Zukunft sind, „weil wir die Vielfalt der Bevölkerung in uns zum Ausdruck bringen und Sammelbecken für all jene sein können, die politisch zusammengehören“, sagte Seehofer.„Verliebt sein in das Gelingen“ Mehrheiten gebe es für eine Volkspartei aber nur, wenn sie kommunale Verantwortung trägt. Um hier erfolgreich sein zu können, gelte es verschiedene Grundsätze zu beachten, betonte Seehofer.„Mein Grundsatz ist: Wir müssen verliebt sein in das Gelingen.“ In diesem Zusammenhang brach er eine Lanze für das heimische Bankenwesen, die soziale Marktwirtschaft und das Subsidiaritätsprinzip. Letzteres zeige sich beispielsweise in den Familien: „Die Erziehungskompetenz der Jungen muss auch in Zukunft bei den Eltern bleiben: Sie sollen ein natürliches Wahlrecht zwischen Kinderbetreuungseinrichtungen oder Kinderbetreuungsgeld haben“, meine Seehofer, wofür er großen Applaus erntete. „Mehr Kompetenz den Gemeinden“ Auch den Gemeinden sollten mehr Kompetenzen zugewiesen werden, wie z.B. bei der Ansiedlung von großen Supermärkten. „Damit echter Volkswille zum Ausdruck kommt, schadet es auch nicht, wenn die Menschen wieder mehr selbst entscheiden können“, sprach sich Seehofer für den „Volksentscheid“ aus. „Kreuze bleiben in den Schulzimmern“Was aber die christliche Kultur anbelangt, gibt sich Seehofer unerbittlich: „Wir lassen uns von keinem Gerichtshof etwas vorschreiben. Bei uns bleiben die Kreuze in den Schulzimmern. Wir sind zwar für Religionsfreiheit, aber in München dürfen die Minarette nicht höher gebaut werden als die Kirchtürme.“ Integration sei wichtig, dazu gehöre aber auch, „dass sich die integrieren, die zu integrieren sind“, forderte Seehofer."Lasst die anderen die Fehler machen" Abschließend wünschte er der SVP viel Erfolg für die anstehenden Gemeinderatswahlen und endete mit einem Strauß-Zitat: „Lasst die anderen die Fehler machen, was besser ist, das machen wir.“