Dienstag, 19. Oktober 2021

Segelschiff wartet mit 34 Migranten im Mittelmeer auf Hilfe

Das deutsche Segelschiff „Nadir“ des Hamburger Vereins ResQship hat im Mittelmeer 34 Menschen aus Seenot gerettet und wartet nun auf Hilfe der maltesischen oder italienischen Küstenwache.

Symbolbild
Symbolbild - Foto: © APA (AFP) / -
Unter den 34 Migranten, die von zwei überfüllten Fiberglasbooten geholt wurden, sind 15 Kleinkinder und eine hochschwangere Frau, wie die Seenotretter am Dienstag mitteilten.

Sie sprechen von einer „prekären Lage“ auf dem 19 Meter langen Schiff. Dieses sei für Beobachtungsmissionen geeignet, nach einer Erstversorgung der Geretteten aber auf die Hilfe anderer Schiffe angewiesen.

Nach Angaben von ResQship harrten die Migranten bis Dienstag mehr als 30 Stunden auf dem Segelschiff aus, nachdem sie schon 24 Stunden auf ihren kleinen Booten im Mittelmeer getrieben hatten. Viele seien unterkühlt gewesen, sagte der Mediziner Daniel Casingena an Bord.
Der Zustand der schwangeren Frau sei kritisch. „Sie ist schwer seekrank, hat Kreislaufprobleme und verliert immer wieder das Bewusstsein.“ Schlechte Wetterprognosen mit Wind und hohen Wellen machten Sorgen.

Die Organisation berichtete, dass Malta – in dessen Such- und Rettungs-Zone (SAR) die beiden Boote getrieben hatten – Hilfe verweigere, weil das Schiff unter deutscher Flagge fahren. Die deutschen Behörden geben laut ResQship an, nur für Nord- und Ostsee zuständig zu sein. Und Italien verweise auf die maltesische Pflicht, obwohl Lampedusa der nächste sichere Hafen für die „Nadir“ sei.

Derweil wartete die „Sea-Watch 3“ der Berliner Hilfsorganisation mit 412 Menschen an Bord weiterhin darauf, dass ihr ein sicherer Hafen zugeteilt wird. „Wir haben viele Kinder und Jugendliche und Personen mit Treibstoffverbrennungen an Bord“, twitterte Sea-Watch, nachdem am Wochenende und Montag 7 Einsätze absolviert worden waren.

dpa