Die USA und Russland hatten sich in der vergangenen Woche darauf verständigt, dass Moskau zunächst mehr als 300.000 Tonnen Diesel für die US-amerikanischen und weltweiten Märkte liefern soll. „Die Folgen dieser Entscheidung sind ungewiss, die Risiken hingegen klar“, sagte Meloni, früher eine vehemente Unterstützerin und Vertraute Trumps. Das Abkommen verschaffe Moskau Legitimität, während russische Bomben weiter auf ukrainische Städte fielen. Zudem bringe es Russland zusätzliche Einnahmen zur Finanzierung des Krieges und schwäche indirekt die Wirkung der Sanktionen.<h3> Meloni gegen offizielles Mandat für E3-Gruppe</h3>Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte die Vereinbarung ebenfalls kritisiert und sie als „Investition in einen Krieg, der beendet werden muss“ bezeichnet. US-Präsident Donald Trump erklärte dagegen, das Abkommen werde die Energiepreise in den USA senken. Die hohen Energiekosten gelten für seine Republikanische Partei vor den wichtigen Zwischenwahlen zum US-Kongress als politisches Problem. Im US-Senat hat Trump in der Frage aber Gegenwind selbst aus den eigenen Reihen.<BR /><BR />Meloni sprach sich zudem dafür aus, dass die 27 EU-Staaten eine einflussreiche Persönlichkeit mit Verhandlungen über den Krieg zwischen Russland und der Ukraine beauftragen. Diesen Standpunkt hatte etwa auch Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) immer wieder vertreten. Dabei schloss sie ein offizielles Mandat für die sogenannte E3-Gruppe aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien nicht aus. „Wenn Frankreich, Deutschland und Großbritannien glauben, allein mehr erreichen zu können als gemeinsam mit uns allen – und bisher haben sie sich dafür entschieden -, dann sollen sie dies zumindest im Namen aller und mit einem offiziellen Mandat tun“, sagte Meloni.<BR /><BR />Beim EU-Gipfel in dieser Woche soll es nach Angaben der italienischen Regierungschefin auch um eine Zunahme russischer hybrider Angriffe gehen. Dazu zählen unter anderem Drohnenvorfälle, Cyberangriffe, Sabotage und verdeckte Operationen, die darauf abzielen, die Unterstützung für die Ukraine zu schwächen. Europa müsse seine kritische Infrastruktur schützen, sagte Meloni. Dazu gehörten Strom- und Energienetze, Unterseekabel, Häfen, Flughäfen sowie der Unterwasserbereich, in dem Italien über besondere Fachkenntnisse verfüge.