Dies teilte Landeshauptmann Luis Durnwalder der Presse nach der Sitzung der Landesregierung, die sich mit der Causa Rainer und seinen angeblichen Privatgeschäften im Energiesektor beschäftigt hatte, mit.Rainer - für den es in den vergangenen Tagen immer enger wurde, nachdem auch Landesrat Michl Laimer mit der Suspendierung gedroht hatte – hat wohl die Flucht nach vorne angetreten.Im Brief an die Landesregierung und an die SEL AG, der am späten Montagvormittag bei den Empfängern eintraf, bat er um unbezahlten Wartestand von drei Monaten, um den Ausgang der Ermittlungen abzuwarten.Im Schreiben stellte er aber nochmals – wie am Freitag in seiner Stellungnahme (siehe eigenen Bericht) – klar, dass er keine Gesetze verletzt habe.Diesen Schritt begründet er damit, dass er in der aktuellen Diskussion den Druck von der SEL AG nehmen wolle. Ob Rainer der Wartestand genehmigt wird, muss jetzt der SEL-Verwaltungsrat entscheiden, der noch in dieser Woche tagen wird. Sollte der Verwaltungsrat grünes Licht geben, dann muss Stocker darüber entscheiden, wer den Job von Rainer übernimmt.SEL-Präsident bietet Mandat anDamit nicht genug: Die Landesregierung erhielt noch ein zweites und drittes Schreiben - und zwar von SEL-Präsident Klaus Stocker sowie von Franz Pircher, Präsident des SEL-Überwachungsrates.Die Briefe gingen auch an weitere SEL-Gesellschafter. Der Inhalt ist brisant: Im Schreiben stellen beide ihr Mandat zur Verfügung.Landesregierung vertagt EntscheidungDa die beiden Briefe so kurzfristig einlangten, konnte die Landesregierung keine Entscheidung mehr fällen, betonte Landeshauptmann Luis Durnwalder auf der Pressekonferenz.„Wir hatten keine Zeit zum Entscheiden und haben daher beschlossen, den Fall Rainer am nächsten Montag nochmals zu behandeln“.SEL-Aussendung: Stocker spricht "von Bedauern" Kurz nachdem der Landeshauptmann die Post von der SEL AG erwähnt hatte, erreichte die STOL-Redaktion eine Presseaussendung der Energiegesellschaft. Darin wird unterstrichen, dass der Präsident des Verwaltungsrates, Klaus Stocker den Schritt von SEL-Direktor, Maximilian Rainer zur Kenntnis nehme.Außerdem drücke er "sein Bedauern" über die jüngsten Entwicklungen aus, weshalb er den Gesellschaftern der SEL AG sein Mandat zur Verfügung stellen wolle. Eine Entscheidung, der sich der Präsident des Überwachungsrates, Franz Pircher, anschließe.Verhandlungen mit Edison mit FragezeichenDetail am Rande: Für die SEL AG könnte es keinen ungünstigeren Moment als diesen für die gesamten Entscheidungen, die nun anfallen, geben. Derzeit stehen heikle Verhandlungen mit dem Energiegiganten Edison an. Wer diese nun führen wird, bleibt abzuwarten.In den Verhandlungen geht es um die Übernahme der Anteile der Edison an der Hydros GmbH sowie an der SELEDISON AG. An letzterer Gesellschaft - sie betreibt derzeit die beiden Großwasserkraftwerke von Kastelbell und Glurns mit einer Jahresproduktion von rund 650 Millionen Kilowattstunden - hält Edison 42 Prozent der Anteile, während sich die Beteiligung der Edison an der Hydros auf 40 Prozent beläuft.Der Hydros gehören wiederum die Kraftwerke Laas/Martell, Graun, Marling, Barbian/Waidbruck, Wiesen/Pfitsch, Prembach sowie Bruneck/Olang, die jährlich rund eine Milliarde Kilowattstunden Energie erzeugen.rb/joi