Der Untersuchungsausschuss zur Vergabe der Stromkonzessionen und zur Energiepolitik hat am Montag Cinzia Flaim und Hans Unterholzner, ehemalis Beamte der Landesabteilung für Energie, zu den Verfahren für die Vergabe der Wasserableitungskonzessionen angehört.Die Beamten sollen dabei von Schwierigkeiten, die sie aus ihrer Sicht bei der Bewältigung des Verfahrens hatten, berichtet und eine Reihe von Ungereimtheiten beim Verfahrensablauf geschildert haben. Auch bei der Vorbereitung der Konzessionsbeschlüsse soll es zu Konflikten zwischen Landesregierung und Abteilung gekommen sein.So habe man die Landesregierung bereits im Vorfeld darauf hingewiesen, dass dieses Verfahren - kein normaler Wettbewerb, sondern ein Novum in ganz Italien - für das Amt kaum zu bewältigen sei. Der Vorschlag, die Wettbewerbsunterlagen durch Expertenkommission zu prüfen lassen, sei abgelehnt worden, so Flaim und Unterholzner.Auch im Zuge des Verfahrens soll es laut den beiden Ex-Beamten der Landesabteilung für Energie zu Ungereimtheiten gekommen sein. Die Deponie der SEL-Projekte beim Landesrat und die Einsicht desselben in die Unterlagen der Konkurrenz seinen mittlerweile auch Gegenstand von gerichtlichen Ermittlungen.Druck von Seiten des LandesratsBei der Anhörung wurde auch eingehend der Umstand erörtert, dass die Landesregierung bei der Konzession für das Kraftwerk St. Anton nicht den vom Amt vorbereiteten Beschluss übernommen hat. Die Beamten sollen gegenüber dem Untersuchungsausschuss betont haben, dass sie bemüht waren, stets objektiv und im Interesse der Bevölkerung vorzugehen, dass sie aber auch unter Druck vonseiten des Landesrats gestanden hätten.Flaim und Unterholzner wurden vom Ausschuss, der am Montag unter dem Vorsitz des Vizepräsidenten Elmar Pichler Rolle tagte, auch um eine Empfehlung gebeten, wie man ein solches Verfahren in ihren Augen mit mehr Rechtssicherheit ausstatten könnte. Beide plädierten für ein klareres Gesetz mit weniger Entscheidungsspielraum, mit transparenten Prozeduren, klaren Kriterien zu Umwelt, Produktion und Sicherheit sowie für die Auswahl durch eine unabhängige Stelle.Der Ausschuss wird am 24. Jänner wieder zusammentreten, um die Vertreter des Raiffeisen-Energieverbandes, der Etschwerke, der Stadtwerke von Brixen und Bruneck und der SEL AG anzuhören.