Dienstag, 22. März 2022

Selenskyj im Parlament in Rom: „Die Ukraine verteidigt auch unsere Freiheit“

Stehende Ovationen für den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Parlament in Rom: „Wir möchten auf feierliche Weise die Verbundenheit und Unterstützung des gesamten Parlaments und des italienischen Volkes für die Ukraine und ihre freien demokratischen Institutionen angesichts des ungerechtfertigten Angriffs der Russischen Föderation bezeugen. Und wir schließen uns in einer idealen Kette der Solidarität den Parlamenten anderer Länder an, vor denen Sie bereits gesprochen haben“, sagte der Präsident der Abgeordnetenkammer, Roberto Fico.

Standing Ovations in der Abgeordnetenkammer in Rom: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warb um Unterstützung. - Foto: © ANSA / LaPresse / Roberto Monaldo

Wir stehen gemeinsam mit der EU an Ihrer Seite, um uns der Fortsetzung des Konflikts zu widersetzen“, sagte Senatspräsidentin Maria Elisabetta Alberti Casellati. An Selenskyj gewandt, fügte Casellati hinzu: „Wir vertrauen auf die Wirksamkeit der internationalen Unterstützung, die Ihrem Land angeboten wird, und wir ermutigen die unermüdlichen Bemühungen der Diplomatie.“

Selenskyj: Mariupol so groß wie Genua

Selenskyj wandte sich mit eindringlichen Worten an die Kammern: „Liebes italienisches Volk, heute habe ich mit Seiner Heiligkeit Papst Franziskus gesprochen und er hat sehr wichtige Worte gesagt“, sagte der ukrainische Präsident. Dem Papst habe er geantwortet, „dass unser Volk zur Armee geworden ist“, sagte der ukrainische Präsident und erinnerte daran, wie oft die Ukraine das „Böse, das der Feind bringt, gesehen hat, wie viel Verwüstung er hinterlässt und wie viel Blutvergießen“. Italien habe der Ukraine sein Herz und seine Türen geöffnet.

„Die russische Invasion zerstört Familien, der Krieg verwüstet weiterhin ukrainische Städte, einige sind völlig zerstört, wie Mariupol, das eine halbe Million Einwohner hatte. Es ist wie Genua, stellen Sie sich vor, Genua ist völlig niedergebrannt“: 117 Kinder seien bereits im Krieg gestorben. „Durch den russischen Druck gibt es Tausende von Verwundeten, Hunderttausende von zerstörten Leben, verlassene Häuser, Tote in Massengräbern und in Parks“, schilderte Selenskyj.

Draghi: „Italien will die Ukraine in der Europäischen Union haben“

Der Widerstand der Ukrainer sei heldenhaft, sagte Ministerpräsident Mario Draghi während des Videogesprächs in der Abgeordnetenkammer. „Heute verteidigt die Ukraine nicht nur sich selbst, sondern auch unseren Frieden, unsere Freiheit und unsere Sicherheit“, sagte Draghi. „Wir wollen die Ukraine näher an Europa heranführen: Das ist ein langer Prozess, der aus notwendigen Reformen besteht.“ Italien stehe in diesem Prozess an der Seite der Ukraine. „Italien will die Ukraine in der Europäischen Union haben“, sagte Draghi. „In Italien haben wir Vermögenswerte von russischen Oligarchen im Wert von über 800 Millionen Euro eingefroren“, erinnerte der Premierminister.

stol

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