„Und auch wenn die Attacken stetig sind und die Sturmversuche anhalten, ist ihre Intensität und der Maßstab der Auseinandersetzung nicht so groß, wie die Russen das geplant und ihre Kommandanten das der politischen Führung versprochen haben“, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache am Montag.<BR /><BR />Selenskyj bedankte sich in dem Zusammenhang bei den Einheiten verschiedener Frontabschnitte für ihre Zähigkeit und ihren Durchhaltewillen. Nach Angaben unabhängiger Militärexperten ist der Vormarsch der russischen Truppen zuletzt ins Stocken geraten. An einigen Frontabschnitten, speziell im Süden des Landes, konnten die Ukrainer demnach bei Gegenangriffen sogar Territorium zurückerobern. Die Lage bleibt für die Verteidiger aufgrund des anhaltenden Soldatenmangels allerdings schwierig.<h3> Unterstützung für Ukraine lässt nach</h3>Vor dem Hintergrund nachlassender Aufmerksamkeit für den Krieg in seinem Land reiste Selenskyj am Dienstag nach London. „Unsere Prioritäten sind klar: mehr Sicherheit und Möglichkeiten für die Ukraine“, schrieb Selenskyj auf sozialen Netzwerken. Geplant seien Treffen mit König Charles, Ministerpräsident Keir Starmer und NATO-Generalsekretär Mark Rutte. Zudem werde er im britischen Parlament eine Rede halten. Die britische Regierung kündigte auch eine neue Rüstungskooperation mit Kiew an.<BR /><BR />Nach dem Beginn des Iran-Kriegs ringt Kiew damit, dass die internationale Unterstützung nachlässt. Mehrfach bot Selenskyj den Monarchien am Persischen Golf und den USA Hilfe bei der Abwehr iranischer Drohnen an. Konkrete Vereinbarungen wurden bisher aber nicht bekannt. US-Präsident Donald Trump wies das ukrainische Hilfsangebot brüsk zurück.<BR /><BR />Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen eine russische Invasion. Insbesondere die ukrainische Flugabwehr wurde dabei modernisiert. Allerdings steht Kiew nun in direkter Konkurrenz um knappe Patriot-Flugabwehrraketen mit den Golfstaaten.<h3> Größerer ukrainischer Drohnenangriff auf Russland</h3>Russland meldete unterdessen einen größeren ukrainischen Drohnenangriff. In der Nacht wurden laut der Nachrichtenagentur Interfax 206 ukrainische Drohnen abgewehrt. Allein 43 davon seien über der Region Moskau abgefangen worden. Russland hatte bereits in den vergangenen Tagen von größeren ukrainischen Drohnenangriffen berichtet. So wurden binnen zwei Tagen rund 250 Drohnen mit Kurs auf die Hauptstadt Moskau abgeschossen, wie die Behörden am Montag mitgeteilt hatten.<BR /><BR />Der Sekretär des russischen Sicherheitsrates, Sergej Schoigu, warnte, dass wegen der Fortschritte bei der ukrainischen Drohnenproduktion keine Region Russlands mehr vor Angriffen sicher sei. Dabei verwies Schoigu vor allem auf das Tempo bei der Entwicklung und die ausgeklügelten Einsatzmethoden der Drohnen, sagte der frühere Verteidigungsminister laut der staatlichen Nachrichtenagentur TASS bei einem Treffen mit Behördenvertretern in Jekaterinburg.<BR /><BR />Die Zahl der ukrainischen Sabotageakte gegen Russland sei im Jahr 2025 um 40 Prozent auf 1.830 Vorfälle gestiegen. Ein Netzwerk von Geheimdiensten aus 56 Ländern arbeite gegen Russland, um die von ihm als „Sabotage- und Terroranschläge“ bezeichneten Angriffe zu ermöglichen, so Schoigu weiter. Namen von Staaten nannte er nicht. Die Ukraine hatte zuletzt verstärkt auch die russische Hauptstadt Moskau mit weitreichenden Drohnen attackiert. Zudem baut sie eigene Raketen mit längerer Reichweite, mit denen sie in den vergangenen Monaten wiederholt Ziele tief in Russland angegriffen hat.