In ein Gebäude in Kiew sei ein Marschflugkörper eingeschlagen, der im zweiten Quartal dieses Jahres hergestellt worden sei, sagte Selenskyj in seiner Videobotschaft am Donnerstag unter Berufung auf vorläufige Angaben. Das bedeute, dass Russland die dafür nötigen Komponenten weiterhin beziehe und die weltweiten Sanktionen umgehe.<BR /><BR />In Kiew stieg die Zahl der Toten nach dem Angriff auf mindestens 21 Menschen an, wie der Zivilschutz mitteilte. Darunter seien drei Minderjährige. Bürgermeister Vitali Klitschko sprach außerdem von mehr als 50 Verletzten - und erklärte den heutigen Freitag zu einem Trauertag. Einsatzkräfte durchsuchten Trümmer eines Gebäudes im Stadtteil Darnytskyji weiter nach Opfern, teilte der staatliche Katastrophenschutz am Freitag mit. Es würden immer noch mehr als 15 Menschen in den Trümmern vermisst, berichteten ukrainische Medien.<BR /><BR />Moskau habe mehr als 675 Angriffsdrohnen gestartet und feuerte 56 Raketen ab. Der ukrainische Präsident sprach von einem „massiven russischen Angriff“. Ein mehrstöckiges Wohngebäude sei quasi „dem Erdboden gleichgemacht worden“. Die russischen Angriffe beschränkten sich nicht auf Kiew. Nach ukrainischen Behördenangaben wurden landesweit Dutzende Wohnhäuser beschädigt. Auch das Umland von Kiew sowie die Gebiete Charkiw und Odessa wurden schwer getroffen<BR /><BR />Schon am Vortag hatte Russland mit mehr als 800 eingesetzten Drohnen eine der schwersten und am längsten anhaltenden Attacken auf die Ukraine seit Kriegsbeginn geführt. Die Angriffe folgten kurz nach einer dreitägigen Waffenruhe rund um einen Jahrestag zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa und einer Militärparade auf dem Roten Platz. Eine von Kiew vorgeschlagene Verlängerung der Feuerpause lehnte Moskau ab. Selenskyj kritisiert immer wieder den russischen Beschuss ziviler Ziele und fordert mehr Druck auf Moskau.<BR /><BR />Die IAEA erklärte, die „intensivierten“ militärischen Aktivitäten in der Nähe mehrerer Atomanlagen in der Ukraine brächten erhebliche Sicherheitsrisiken mit sich. Mehr als 160 Drohnen seien nahe den Anlagen registriert worden. Genannt wurde unter anderem das einstige Atomkraftwerk Tschernobyl, dessen Schutzhülle im vergangenen Jahr durch eine russische Drohne beschädigt worden war. IAEA-Chef Rafael Grossi äußerte demnach „große Besorgnis“.